Hamburg wirbt um die Love Parade

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Jens Meyer-Wellmann

Techno-Party: Veranstalter drohen Berlin mit Abwanderung, falls Verhandlungen scheitern.

Schon im Sommer 2005 könnte die größte Techno-Party der Welt in Hamburg gefeiert werden - wenn die Veranstalter der Love Parade ihre Überlegungen wahr machen und Berlin den Rücken kehren. Nachdem die Finanzierungs-Verhandlungen zwischen dem Berliner Senat und den Parade-Machern vorerst gescheitert sind, sagte Hamburgs Senatssprecher Christian Schnee gestern Nachmittag: Sollten die Veranstalter nach Hamburg umziehen wollen, werde man die Möglichkeiten "mit viel Sympathie prüfen". Die Love Parade sei schließlich "eine Veranstaltung, um die viele Berlin beneiden".

Kaum eine Stunde später kündigte Love-Parade-Geschäftsführer Florian Lenz bereits konkretere Übersiedlungs-Pläne an. "Wenn es auch im nächsten Jahr in Berlin nicht klappt, werden wir prüfen, ob wir in eine andere Stadt gehen", sagte Lenz dem Abendblatt. "Hamburg als Metropole von Weltrang kommt dabei auf jeden Fall in Frage." Sollten die Gespräche in Berlin definitiv scheitern, werde man schon im Sommer Kontakt mit dem Hamburger Senat aufnehmen. Für dieses Jahr sei eine Abwanderung nach Hamburg aber zu spät, denn so eine Veranstaltung brauche genügend Vorbereitungszeit. Nach bisheriger Planung sollten die Hunderttausenden jugendlichen Technofans aus aller Welt am 10. Juli durch Berlin ziehen.

Auch der Hamburger CDU-Jugendpolitiker Klaus-Peter Hesse machte sich für einen Wechsel der Parade an die Alster stark: "So eine Veranstaltung passt genau in unser Konzept der toleranten, weltoffenen und wachsenden Metropole Hamburg", sagte Hesse dem Abendblatt. Der Umzug könne etwa über den Ring 1 oder die Ost-West-Straße führen - oder die "Raver" könnten im Freihafen feiern. Allerdings, so Hesse, glaube er, dass die Veranstalter mit ihren Abwanderungsdrohungen nur ihre Positionen gegenüber dem Berliner Senat stärken wollten - und am Ende doch wieder in der Bundeshauptstadt blieben.

Aus dem Rathaus waren gestern auch skeptische Stimmen zu hören. Hamburg habe keine Straßen, die so breit seien wie die in Berlin. Deswegen sei es schwierig, eine geeignete Route zu finden. Auch aus der Polizei kamen Zweifel: Sollte die Love Parade nach Hamburg kommen, wäre das eine "Riesenherausforderung", hieß es - weil am Rande der Parade massenhaft Drogen verkauft und konsumiert würden und es jede Menge Raube gebe. Auch die Stadtreinigung stünde wohl vor dem Ausnahmezustand: Denn eine solche Party hinterlässt natürlich Tonnen von Müll.

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