Shanghai - zum Zug kommen die anderen

TRANSRAPID: Von Beust staunte in der Partnerstadt über das Tempo der Bauarbeiten.

Zwiespältige Gefühle überkamen Bürgermeister Ole von Beust gestern in Shanghai. Das war auf der Transrapid-Baustelle, der ersten Station der Hamburg-Delegation in der chinesischen Partnerstadt. Dort wird unter Hochdruck an der ersten Magnetschwebebahn-Strecke im öffentlichen Personenverkehr gearbeitet - eine superschnelle Verbindung, die von Beust auch gern zwischen Hamburg und Berlin gesehen hätte. Da könne man schon neidisch werden, wie in China umgesetzt werde, was in Deutschland entwickelt worden sei, hatte Hamburgs Bürgermeister am Vortag im Gespräch mit Ministerpräsident Zhu Rongji in Peking eingestanden. In Shanghai konnte er sich nun davon überzeugen, mit welchem Tempo die Chinesen an der Transrapid-Strecke arbeiten. Der Zielbahnhof, ein imposantes Gebäude, ist schon fast fertig. Die Magnetschwebebahn soll am Jahresende den Flughafen Pudong mit dem 30 Kilometer entfernten Stadtzentrum verbinden. Der Geschäftsführer der Planungsgesellschaft, Wu Xiangming, zeigte sich optimistisch, den Termin einzuhalten. Als einzige Hamburger Firma ist die Hochbahn-Tochter Hamburg Consult an den Planungen beteiligt. Für 1,2 Millionen Euro erstellt sie Konzepte für den Einsatz des Personals und dessen Schulung. Hochbahn-Chef Günter Elste sagte, er rechne mit Anschluss-Aufträgen. Im Jin Mao Tower, dem 420 Meter hohen dritthöchsten Gebäude der Welt (88 Stockwerke), unterzeichnete der Hamburger Gebäudeausrüster Imtech einen Vertrag, der zu einem Joint Venture führen soll. Der Bürgermeister und die Delegationsmitglieder zeigten sich von der Entwicklung in Shanghai sehr beeindruckt, wo Wolkenkratzer wie Pilze aus dem Boden schießen. Er habe "viele Impulse gesehen, von denen man lernen kann", sagte von Beust im Gespräch mit seinem Amtskollegen Chen Liangyu, der für die Hamburger ein Bankett im Rathaus von Shanghai gab. Hamburg ist - so sein Bürgermeister - interessiert, die Städtepartnerschaft auszubauen und mehr Firmen vom Huangpu an die Elbe zu holen. (dpa/rup) Die Gäste waren beeindruckt. Der Bürgermeister fand in Shang- hai "viele Impulse, von denen man lernen kann".