Völkerkundemuseum plant China-Neubau

Anbau: Auf Tennisplatz-Gelände soll Gebäude mit 3000 Quadratmetern entstehen.

Das Museum für Völkerkunde plant einen spektakulären Neubau: Hinter dem Haus an der Rothenbaumchaussee 64 soll ein etwa 3000 Quadratmeter großer Neubau im asiatischen Stil entstehen. "Wir wollen unsere Kooperation mit China vertiefen", so Museumsdirektor Wulf Köpke. "Das Gebäude sieht auf dem Plan sehr groß aus, aber es wird eine sehr filigrane Konstruktion werden", sagte er, ohne jedoch Detailpläne zu verraten. Gestern besuchten der chinesische Generalkonsul Jinsheng Ma, der Bezirksamtsleiter von Eimsbüttel, Jürgen Mantell (SPD), und Bürgermeister Ole von Beust (CDU) das Museum, um sich über das Vorhaben zu informieren.

Derzeit befinden sich auf dem Gelände an der Ecke zwischen Binderstraße und Feldbrunnenstraße noch Tennisplätze des Fachbereichs Sportwissenschaften der Hamburger Universität. Die zuständige Wissenschaftsbehörde sperrt sich nicht dagegen, die rund 10 000 Quadratmeter große Fläche für ein Projekt mit China-Bezug - wie etwa einen Pavillon nach einem berühmten chinesischem Vorbild - an das Museum abzutreten. "Das Gelände war schon 1904 für einen Erweiterungsbau des Völkerkundemuseums vorgesehen", so Köpke.

"Wir halten den Bau für eine großartige Idee und unterstützen die Pläne", sagt der chinesische Generalkonsul Jinsheng Ma. "Das Projekt bringt Chinesen und Deutsche zusammen und fördert den Kulturaustausch." In Hamburg leben zwischen 8000 und 10 000 Chinesen. "Es wäre wunderbar, einen Teepavillon in Hamburg zu haben, den gibt es hier noch nicht", so Jinsheng Ma. "Dorthin könnten wir chinesische Geschäftsleute einladen, dann müssten wir nicht immer Kaffee trinken gehen."

Laut Museumsdirektor Köpke könnte mit dem Erweiterungsbau auch ein Zentrum für asiatische Kampfsportarten entstehen - in Kooperation mit dem Fachbereich Sportwissenschaften.

Auch eine Ausstellung "Faszination Fußball international", eine Tiefgarage für Anwohner und ein Abenteuerspielplatz sind geplant. "Das Stadtviertel würde durch den Neubau unglaublich aufgewertet werden", sagt Köpke. In ein bis zwei Jahren will er mit dem Bau beginnen. Bis dahin müssen noch Investoren für den Bau gefunden werden.