GEZ wollte Rundfunkgebühren von totem Hund

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Jan-Eric Lindner

Ein toter Hund aus Neu Wulmstorf soll nach dem Willen der Gebühreneinzugszentrale Rundfunkgebühren für die Nutzung der öffentlich-rechtlichen Radio- und TV-Sender entrichten. Die Familie Küter aus dem Hamburger Vorort - seit Jahren treue und zahlende Kunden der GEZ, erhielt vor wenigen Tagen einen entsprechenden Brief.

Adressiert war das Schreiben, das da überraschend in Küters Briefkasten landete, an einen Empfänger namens Geisha. Geisha war die Cocker-Spaniel-Dame der Küters. Sie starb vor zehn Monaten.

"Sehr geehrter Rundfunkteilnehmer", stand auf dem Schreiben, das die GEZ an Geisha schickte. "Da ich Sie mehrfach nicht angetroffen habe bzw. Sie verhindert waren, Auskunft zu geben, bitte ich Sie, den beiliegenden Vordruck auszufüllen." Bis zum 25. Februar, so räumte der Gebührenbeauftragte ein, habe Geisha Zeit, sich anzumelden.

Eine Antwort wird jedoch ausbleiben: Geisha musste im vergangenen Jahr nach langer Krankheit im Alter von zehneinhalb Jahren eingeschläfert werden. Geishas Frauchen Cornelia Küter (48) rätselt noch immer, ob sie das Schreiben belustigen oder ärgern soll: "So ein Blödsinn. Mit einem Anruf hätte man doch klären können, wer Geisha ist - oder vielmehr war."

Die Neu Wulmstorferin kann sich das Ansinnen der GEZ nur so erklären: "An unserer Haustür hängt ein selbst getöpfertes Klingelschild. Darauf steht ,Hier wohnt Familie Küter & Geisha'. Außerdem sind zwei Hunde drauf zu sehen. Sicher ist der Kontrolleur einfach von Tür zu Tür gegangen und hat geguckt, ob alle Namen auch in seiner Liste sind. Und Geisha hat er eben nicht gefunden." So müsse der verblichene Spaniel wohl in die Listen der Fahndung geraten sein, mutmaßt Küter.

Geisha hatte, so versichert die zweifache Mutter, auch zu Lebzeiten nie viel für ARD und ZDF übrig. "Nur wenns im Hintergrund mal gebellt hat, wurde sie kurz hellhörig." Frau Küter will das getöpferte Klingelschild in Kürze abnehmen - und ein neues installieren. Denn Geisha hat Nachfolger. Und zwar gleich zwei. Die Chihuahuas Calypso und Hannibal warten schon ganz gespannt auf ihren ersten Brief von der GEZ.

( jel )

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