Billstedt: Rimbert-Kirche wird verkauft

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Die Rimbert-Kirche in Billstedt soll verkauft werden. Einen entsprechenden Beschluss wird der Vorstand der Kirchengemeinde Philippus und Rimbert heute fassen. "Das wird einstimmig sein", sagt Pastor Otmar Krause (43). Damit steht im Bezirk Mitte neben der Simeon- und der Kapernaum-Kirche das dritte Gotteshaus zum Verkauf.

Die Rimbert-Kirche am Sturmvogelweg ist nach dem ehemaligen Erzbischof Rimbert von Hamburg und Bremen (830 - 888) benannt und 1963 erbaut. Die Kirche mit dem 26 Meter hohen Turm hat 220 Plätze und liegt idyllisch zwischen Einzelhäusern. Das Besondere ist der quadratische Grundriss mit diagonaler Achse.

Verkauft werden soll auch das daneben stehende Gemeindehaus mit Pastorat. "Das ist eine ganz traurige Entscheidung", sagt Pastor Rainer Franke (42), der seit elf Jahren dort wohnt, aber den Beschluss mitträgt. Vorstellbar sei die Umwandlung in eine Seniorenwohnanlage. "Eine Vermietung rechnet sich wohl nicht", sagt Pastor Otmar Krause. Was die Kirche kosten soll, wird mit einem Gutachten geklärt. Käufer könnte eine andere christliche Gemeinde (zum Beispiel Orthodoxe) oder ein sozial engagiertes Unternehmen sein.

Wenn die Gemeinde nicht spart, droht in wenigen Jahren die Zahlungsunfähigkeit. Das strukturelle Defizit beträgt jährlich 50 000 Euro. Die Kirchensteuerzuweisung sank von 337 000 Euro (2003) um mehr als ein Drittel auf 230 000 Euro in diesem Jahr.

Die gesamte Gemeindearbeit soll nun bis Ende 2005 in das zweite Gotteshaus verlegt werden. Das ist die einen Kilometer entfernt liegende Philippus-Kirche. Philippus- und Rimbert-Gemeinde haben im Jahr 2000 fusioniert. In der Phlippus-Kirche erwarten die Pastoren dann sonntags bis zu 100 Gottendienstbesucher, denn bisher kamen in jeder Kirche etwa 50.

"Wir schließen die eine Kirche, weil wir unseren Gestaltungsspielraum erhalten wollen", sagt Pastorin Bettina Schweikle (42). "Die Zuständigkeit für Menschen ist uns wichtiger als für Gebäude." Daher auch eine so schnelle Entscheidung. "Wir erhalten das Gemeindeleben und die Arbeitsplätze."

Von den 20 fest angestellten Mitarbeitern der Doppelgemeinde soll in diesem Jahr keiner entlassen werden.

( reba )

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