Warum Ole von Beust in Peking für Hanbao wirbt

EMPFANG: 35 Vertreter Hamburger Firmen sind mit dem Bürgermeister angereist. Sie erwarten einen Boom im Handel mit dem Reich der Mitte.

Heute hat Bürgermeister Ole von Beust Gelegenheit, an allerhöchster chinesischer Stelle für Chinas Brückenkopf in Europa zu werben. Der Senatschef wird um 17 Uhr Ortszeit in Zhongnanhai, dem Regierungsviertel von Peking, von Ministerpräsident Zhu Rongji empfangen. Mit dem Beitritt der Volksrepublik China zur Welthandelsorganisation erwartete die Hamburger Wirtschaft einen Boom im Handel mit dem Reich der Mitte. 35 Repräsentanten Hamburger Unternehmen gehören zu der rund 50 Köpfe zählenden Delegation, mit der Ole von Beust am Morgen des Pfingstmontags nach neunstündigem Flug von Frankfurt aus in Peking eintraf. Die Hamburger erwarteten angenehme Sommertemperaturen von 26 bis 28 Grad. Erste Station in der chinesischen Hauptstadt war das deutsch-chinesische Gemeinschaftsunternehmen Ameco, ein Joint Venture der Hamburger Lufthansa Technik und des Luftfahrtunternehmens Air China. Mehrere Tausend Mitarbeiter warten und reparieren dort Boeing-Flugzeuge. Der Vertrag über das 1989 gegründete Joint Venture steht 2004 zur Verlängerung an. Bürgermeister von Beust hat den Wunsch, dass Hamburg als einer der weltweit bedeutendsten Standorte der Luftfahrtindustrie in China noch bekannter wird. Die Hamburger könnten sich auch vorstellen, dass bei Ameco einmal Airbus-Maschinen gewartet werden. Am Mittag unterzeichneten der Präsident der Universität Hamburg, Jürgen Lüthje, und der Vizepräsident der Universität Peking, Hao Ping, ein Abkommen zum Aufbau eines Austauschprogramms. Bürgermeister von Beust unterstrich die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre als weiteres Standbein zur Festigung der gegenseitigen Beziehungen. Hamburg wolle "das Tor Chinas zu Europa" werden. Vielseitigkeit und besondere Branchenkenntnisse bewies der Senatschef bei der Eröffnung des deutschen Bier- und Bratwurstlokals "Willi Bite" in der chinesischen Hauptstadt, über das die frühere Hamburger Gewürzfirma Hermann Laue (jetzt in Ahrensburg) ihr Ketchup in China bekannt machen will. "Es gibt viele Unterschiede zwischen Ost und West", befand Ole von Beust. "Aber Wurst wird auf der ganzen Welt gegessen." Derweil bedienten Chinesen in blau-weiß gestreiften Finkenwerder Fischerhemden (Buscherumps) die Gäste. Mehr auf Pekingente spezialisiert war das Restaurant, in dem sich die Hamburger am Abend zu einem Informationsgespräch mit dem ehemaligen Botschafter in Deutschland, Mei Zhaorong, trafen. Der Diplomat informierte über Chinas Innenpolitik und über die Europapolitik seines Landes. Morgen fliegt die Delegation in Hamburgs Partnerstadt Schanghai weiter. Zeitgleich mit der Fernost-Reise hat die Hamburg Tourismus GmbH ihren Internet-Auftritt (www.hamburg.tourism.de) um ein China-Portal in chinesischer Sprache erweitert. Neben den engeren Wirtschaftsbeziehungen reagiert die Hamburg Tourismus GmbH damit auch auf die gestiegene Zahl von Übernachtungen der Gäste aus China und anderen asiatischen Ländern. Wie wichtig Hamburg für China ist, macht dabei auch die Übersetzung unseres Städtenamens deutlich. Hamburg heißt auf Chinesisch Hanbao. Die Übersetzung lautet: "Burg der Chinesen".