Hamburg baut Kontakte nach China aus

Delegation um Bürgermeister von Beust bleibt fünf Tage in Peking und Shanghai.

Hamburg will seine Position als Brückenkopf Chinas in Europa ausbauen. Deshalb reist Bürgermeister Ole von Beust (CDU) am Pfingstsonntag mit einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation nach Peking und Shanghai. Es ist seine erste große Auslandsreise als Regierungschef. "Hamburg kann sich als Kompetenzzentrum für China profilieren", sagte der Bürgermeister vor der Abreise. Die Hansestadt ist mit 230 chinesischen Unternehmen der bedeutendste China-Standort in Europa. Umgekehrt gehört China zu den wichtigsten Handelspartnern des Hamburger Hafens. Allein in Shanghai sind 50 Hamburger Firmen mit Repräsentanzen oder Joint Ventures vertreten. Der Ausbau der Beziehungen zwischen Hamburg und China sei ein politischer Schwerpunkt in dieser Legislaturperiode, betonte von Beust. Ein Treffen mit Ministerpräsident Zhu Rongji, anderen hochrangigen Regierungsvertretern sowie den Bürgermeistern von Peking und Shanghai stehen auf dem Programm. In der Hamburger Partnerstadt wollen die Shanghai-Besucher auch die Transrapid-Baustelle in Augenschein nehmen. An der Spitze der Wirtschaftsdelegation steht Handelskammer-Vizepräses Nikolaus W. Schües. Nach seiner Einschätzung steht die chinesische Wirtschaft vor einem riesigen Öffnungs- und Internationalisierungsprozess. Hamburg werde für ein China-Dienstleistungszentrum in der HafenCity werben und den Gastgebern verdeutlichen, dass der Weg in die EU-Märkte der Zukunft über Hamburg führe, sagte Schües. Vertieft werden sollen auch die Kontakte zu chinesischen Hochschulen. Mit drei Universitäten werden während des fünftägigen Aufenthalts in China Kooperationsverträge unterzeichnet. "Ich wünsche mir, dass der Austausch von Forschungsergebnissen von Lehrenden und Studierenden künftig weiter erleichtert wird", sagte Wissenschaftssenator Jörg Dräger, der zur Delegation gehört. In Hamburg ist auch die Gründung einer deutsch-chinesischen Schule geplant. Aus aktuellem Grund sind die Hamburger gleichfalls an den Erfahrungen Pekings bei der Planung der Olympischen Spiele im Jahre 2008 interessiert. Die etwa 30 Teilnehmer zählende Hamburger Bürgermeister-Delegation kehrt am Sonnabend, 25. Mai, wieder an die Elbe zurück.