Kriminalität um ein Prozent gestiegen

Die Gesamtkriminalität in Hamburg ist im Jahr 2003 nach Informationen des Abendblatts nur um knapp ein Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Noch im Oktober hatte Polizeipräsident Udo Nagel (51) mit einem Zuwachs der Kriminalitätsrate in der Hansestadt um bis zu 2,5 Prozent gerechnet. Nagel und Innensenator Dirk Nockemann (45, Partei Rechtsstaatlicher Offensive) wollen heute die offizielle Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr vorlegen.

Auch wenn die Kriminalität nur leicht angestiegen ist - das Ziel, das der damalige Innensenator Ronald Schill für 2003 gesetzt hatte, ist damit nicht erreicht worden. "In einem Jahr wird es einen weiteren deutlichen Kriminalitätsrückgang geben", hatte er im Januar 2002 versprochen. 2002 war die Kriminalität um 7,9 Prozent zurückgegangen - bereinigt um die Wirtschaftskriminalität, in deren Bereich keine Großverfahren die Zahl nach oben gedrückt hatten.

Ganz leicht gestiegen ist 2003 nach Abendblatt-Information die Aufklärungsquote aller Straftaten - auf 43 Prozent. 2002 lag sie bei 42,8 Prozent, 2001 allerdings war sie mit 46,5 Prozent höher. Eine Zunahme der Delikte gab es nach Informationen des Abendblatts bei der Beschaffungskriminalität und beim Schwarzfahren. Und bei der Gewaltkriminalität - vor allem bei Körperverletzungen im privaten Bereich. Die Zahl der Raubdelikte ist rückläufig. SPD-Innenexperte Michael Neumann kritisierte, dass nach seinen Informationen die Organisierte Kriminalität (OK) aus der Statistik herausgehalten werde und kein gesonderter OK-Lagebericht erstellt werde.

Im Sommer 2003 hatte die Innenbehörde eine Halbjahresstatistik herausgegeben, wonach die Kriminalität weiter um 2,5 Prozent gesunken sein sollte. Dabei waren allerdings mehrere Tausend Fälle wegen eines Computerfehlers unberücksichtigt geblieben.