Rekord: Deutschlands schmalster Fahrstuhl fährt in St. Georg

Der Aufzug im siebengeschossigen Altbau ist nur 52 Zentimeter breit.

Hamburg ist um eine Attraktion reicher: In einem Wohnhaus an der Straße Koppel in St. Georg ist jetzt der schmalste Personenaufzug Deutschlands in Betrieb genommen worden.

"Wir werden diesen Lift beim Guinnessbuch der Rekorde anmelden, möglicherweise ist er sogar der schmalste Personenaufzug der Welt", sagt Achim Hütter (40), Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens Hütter-Aufzüge, das den Fahrstuhl installiert hat.

Gestaltet ist der Schachtgerüst-Aufzug komplett aus Glas. Dieses Design soll ein Gefühl der räumlichen Weite vermitteln, trotz der geringen Maße: Der Aufzug hat eine Breite von 52 Zentimetern und ist bei einer Tragkraft von 225 Kilogramm für bis zu drei Personen zugelassen.

Bisher hatte der Altbau in der Koppel 100 noch keinen Fahrstuhl, doch nach umfangreichen Sanierungsarbeiten kam die Eigentümergesellschaft auf die Idee, in dem siebengeschossigen Haus einen Lift zu installieren. "Das war für uns eine Herausforderung, der wir uns gerne gestellt haben", erzählt Achim Hütter stolz. Doch der schmalste Fahrstuhl Deutschlands hat auch einen stolzen Preis: Mehr als 90 000 Euro hat die Installation gekostet. Die Firma Hütter-Aufzüge hat schon häufiger Fahrstühle in Stadthäusern installiert und kennt die Platzproblematik: "In diesen Häusern herrscht häufig das Problem, dass es nur ein kleines Treppenauge gibt. Um beispielsweise älteren Menschen mit eingeschränkter Mobilität das Umziehen zu ersparen, können wir in bestehenden Treppenhäusern mit wenig Platz einen individuell angefertigten Aufzug einbauen", sagt Achim Hütter.

Bei der Präsentation des Fahrstuhls war auch der koreanische Aufzug-Unternehmer Jaebock Lee (53) aus Seoul dabei, und er zeigte sich begeistert: "Hier ist ein beeindruckendes Projekt realisiert worden, auch in meiner Heimat könnte ich mir gut vorstellen, so etwas installieren zu lassen."

Doch nicht nur auf kleine Fahrstühle ist die Firma Hütter-Aufzüge spezialisiert: Im Hamburger Schauspielhaus hat das Familienunternehmen den Lift mit Europas höchster Aufzugkabine geschaffen.

Das Hamburger Traditionsunternehmen produziert und wartet seit mehr als 125 Jahren Aufzüge. In dem Betrieb sind 68 Mitarbeiter beschäftigt. Mit den Brüdern Bernd (37) und Achim Hütter leitet heute die vierte Generation das Familienunternehmen mit Hauptsitz im Industriegebiet Glinde.