Wahl kam erst nach turbulenter Sitzung zustande

Jan Meyer neuer Landesvorsitzender der Jungen Union

Jan Meyer ist neuer Vorsitzender der Jungen Union (JU) Hamburg. Nach einer turbulenten Sitzung wählten die JU-Mitglieder Meyer am Sonnabend mit 159 Stimmen.

Gegenkandidat Nikolaus Haufler kam auf 112 Stimmen. Haufler räumte seine Niederlage ein, das Ergebnis sei eindeutig und auf faire Weise zustande gekommen. Zuvor hatte Jan Meyer an die Geschlossenheit der Jungen Union appelliert, im Umgang mit der Mutterpartei CDU müsse sie "Motor und Kompass" gleichermaßen sein.

Von Geschlossenheit war während des "Hamburg Tags" in der Aula des Kaiser-Friedrich-Ufers wenig zu spüren. Nachdem die Unterstützer von Jan Meyer nach hitzigen Redebeiträgen durchgesetzt hatten, dass die Wahl früher als geplant über die Bühne gehen sollte, hatte hektische Betriebsamkeit eingesetzt: Mitte-Kreischef Haufler versuchte, diejenigen seiner Unterstützer zu mobilisieren, die noch zu Hause weilten. Der Ehrengast der Veranstaltung, CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer musste durch die Verschiebung eine dreiviertel Stunde auf seinen Auftritt warten. Außerdem sickerte durch, dass es dem Russlanddeutschen Haufler offenbar gelungen war, unmittelbar vor der Wahl noch 60 junge Russlanddeutsche zum Eintritt in die JU zu bewegen. "Hier geht’s ja zu wie bei den Alten", so ein Beobachter, "na ja, früh übt sich."

Die scheidende JU-Chefin Ina Diepold hatte in ihrer Abschiedsrede die offenkundige Gespaltenheit der Hamburger JU angesprochen. Mit Blick auf ihre Amtszeit sagte sie unter anderem: "Viele Dinge sind nicht umgesetzt worden, weil manche lieber Differenzen ausgetragen hätten. Durch die internen Querelen würden potenzielle Neumitglieder abgeschreckt, damit müsse nun Schluss sein. Weiterer Gastredner auf der Veranstaltung war Bürgermeister Ole von Beust, der unter anderem sagte, dass die Menschen das Grundvertrauen in die Politik verloren hätten.