Reeperbahn: 152 Poller ausgegraben

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Matthias Rebaschus, Karsten Broockmann

Im Bezirk Mitte sind bereits 90 Prozent aller überflüssigen Begrenzungen abgebaut worden.

Die Entpollerung der Hamburger Innenstadt ist keine sechs Monate nach Beginn der Bauarbeiten nahezu abgeschlossen. "90 Prozent aller überflüssigen Poller sind inzwischen weg. Der Rest wird abgebaut, sobald das Wetter es zulässt", sagte die Sprecherin des Bezirksamtes Mitte, Sorina Weiland (38), dem Abendblatt. Der Bezirk Mitte liege beim Abbau ganz weit vorn. "Allerdings war die City auch stärker zugepollert als die Außenbezirke", räumt sie ein.

Erst im Sommer hatten die Polizeidienststellen eine Liste mit 4764 störenden Pollern allein in der Innenstadt vorgelegt. Die Behörde für Bau und Verkehr stellte 730 000 Euro für deren Beseitigung bereit, von denen nach Behördenauskunft bislang rund 600 000 Euro abgerufen wurden.

Billig ist die Beseitigung der Poller und Bügel nicht, von denen hamburgweit rund 33 000 Stück ausgegraben werden sollen. Pauschal 100 Euro pro Pfostenloch berechnen die Privatunternehmen. Das Entfernen eines Baumbügels mit zwei Pfostenlöchern kostet so immerhin 200 Euro.

Und für besonders schwierige Situationen - an einigen Stellen müssen nach dem Abbau beispielsweise neue Längsparkplätze eingerichtet werden - gibt es in den Berechnungen den Posten "Unvorhergesehenes und zur Abrundung", der in manchen Bereichen bis zu zehn Prozent der Nettokosten ausmachen kann. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer.

"Die Preise sind Querschnittspreise für das Herausnehmen, die Wiederherstellung der Fläche und den Abtransport der Sperrelemente", erklärt Sorina Weiland. Alle brauchbaren Poller und Bügel würden in den städtischen Betriebshöfen eingelagert. Was damit geschehen wird, konnte sie nicht sagen.

In der Hamburger Innenstadt wurden bisher in folgenden Straßen die meisten Poller entfernt:

. In der Gilbertstraße (St. Pauli/Altona Altstadt) wurden 244 Hindernisse ausgegraben - 183 Holzpoller, 47 Bügel und 14 weitere Elemente.

. Die Esplanade (Neustadt) verlor ebenfalls 183 Holzpoller, außerdem 16 Bügel. Zusammen: 199.

. Platz drei für den Horner Weg (Hamm-Nord/Horn), wo überwiegend Bügel ausgegraben wurden. Insgesamt waren es 196 Elemente.

. Die Straße An der Alster (St. Georg) verlor 69 Poller und 123 Bügel.

. An der Reeperbahn (St. Pauli) wurde 152-mal gegraben.

Es folgen die Adenauerallee (St. Georg) mit 151 Pollern und Bügeln vor der Kurt-Schumacher-Allee mit 112 und der Karolinenstraße (St. Pauli) mit 103 entfernten Hindernissen.

Allerdings gelten alle Werte nur vorläufig, denn noch werden die Listen ständig aktualisiert. So sind seit dem Sommer allein im Bezirk Mitte gegenüber der ursprünglichen Zahl rund 800 vereinzelte Poller und Bügel nachgemeldet worden.

( reba/kab )

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