Hamburg erhält neue U-Bahn und Musikhalle

Bürgermeister Ole von Beust will zusätzlich 250 Millionen Euro investieren.

Hamburg. Hamburgs HafenCity bekommt ein "kulturelles Juwel". Bürgermeister Ole von Beust (CDU) kündigte gestern den Bau eines Kulturzentrums in dem neuen Stadtteil an. "Ich könnte mir eine neue Musikhalle vorstellen", sagte der Bürgermeister. Eine definitive Entscheidung werde es 2003 nach dem Investorenwettbewerb für das geplante Überseezentrum geben. Dort soll das Kulturzentrum (Kosten: 50 Millionen Euro) integriert werden.

Der Senat hat gestern auch endgültig die Weichen für den Bau der neuen U-Bahnline 4 zur Erschließung der HafenCity gestellt. Insgesamt wurde ein zusätzliches Investitionsprogramm in Höhe von 250 Millionen Euro beschlossen. Bürgermeister Ole von Beust (CDU) betonte bei der Vorstellung, er wolle gerade in Zeiten der Konjunkturkrise "ein Zeichen des Optimismus setzen".

Der Senat habe daher trotz wegbrechender Steuereinnahmen das Investitionsvolumen erhöht: Für den Zeitraum 2003 bis 2007 sind insgesamt bereits 4,82 Milliarden Euro fest verplant.

Vom neuen Investitionsprogramm profitiert besonders das kulturelle Leben. So wird das "Haus der Fotografie" in den Deichtorhallen für vier Millionen Euro umgebaut. Mit zehn Millionen Euro finanziert die Stadt das geplante Archäologie-Zentrum auf dem Domplatz. Weitere wichtige Projekte: 50 Millionen Euro zur Sanierung von Schulgebäuden und 40 Millionen für den Bau des neuen Diakonie-Klinikums.

Die weitaus kostspieligste Investition der nächsten Jahre wird der Bau der U 4 sein, die vom Rathaus in die HafenCity und von Barmbek bis Bramfeld-Steilshoop führen soll (wir berichteten). Von Beust betonte, das 550 Millionen Euro teure Projekt notfalls auch ohne Bundeszuschüsse zu verwirklichen. "Ich gehe aber davon aus, dass der Bund sich beteiligt", sagte er. Kritiker bezweifeln dies, da das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu schlecht sei.

Der Senat will sein Programm mit neuen Schulden sowie Unternehmens- und Immobilienverkäufen finanzieren. Welche Privatisierungen geplant sind, wollte von Beust nicht sagen. Der Bürgermeister hatte lediglich wiederholt betont, dass die Wohnungsgesellschaften SAGA/GWD in dieser Legislaturperiode unverkäuflich seien. Über die Wasserwerke und die HHLA gibt es hingegen immer wieder Spekulationen. Hamburg ist direkt oder indirekt an insgesamt 403 Unternehmen beteiligt.