Hamburg persönlich

"So gewinnen wir den Grand Prix"

Alex Christensen und Oscar Loya werden Deutschland in Moskau vertreten.

Er ist der Mann, der Deutschland beim Eurovision Song Contest am 16. Mai in Moskau vertreten wird: der Hamburger Alex Christensen (41), Musikproduzent, Songwriter und DJ. Sein Ziel ist klar: "Für mich ist nur der Sieg entscheidend, ich wäre mit jedem anderen Platz unzufrieden. 'Miss Kiss Kiss Bang' ist der beste Song, den ich seit Ewigkeiten geschrieben habe", sagte er dem Abendblatt. Am Sonnabend soll das Lied bei der Echo-Gala TV-Premiere feiern (ARD 20.15 Uhr).

Entscheidend beim Grand Prix ist der erste Eindruck, jeder Künstler hat nur drei Minuten Zeit, um Punkte von anderen Ländern zu bekommen. Christensen, der mit dem bisher noch unbekannten US-Musical-Sänger Oscar Loya (29) als Duo Alex Swings Oscar Sings auftreten will, bringt musikalisch "zwei Welten zusammen, Swing und Dance". Für ihn passe das super. "Auch wenn wir nicht beim Grand Prix starten würden, wäre das Lied ein Hit geworden. Momentan jagen mich Plattenfirmen europaweit deswegen." Christensen hat einen, wie er sagt, "hochkommerziellen" Titel komponiert, der Hörer an Tom Jones' "Sex Bomb" erinnert, gepaart mit Swing-Elementen aus Roger Ciceros "Frauen regier'n die Welt" (2007 Platz 19 in Helsinki). Keine Angst, dass Europas Grand-Prix-Gemeinde mit Swing nicht viel anfangen kann? Christensen: "Swing kam nach Europa, als der Zweite Weltkrieg beendet war, er vermittelt ein Freiheitsgefühl, Lebensfreude." Wichtig sei aber, dass man englisch singe, dazu international Erfahrung habe. Die hat Christensen. Seine Karriere begann mit dem Musikprojekt U 96, die Single "Das Boot" schaffte es 1992 als erster Techno-Hit auf Platz 1 der Charts, er produzierte für Right Said Fred, N'Sync, ATC und Oli P., saß 2001 in der "Popstars"-Jury, machte das Album "Blessed" für den DSDS-Finalisten Fady Maalouf und landete 2007 mit "Du hast den schönsten Arsch der Welt" erneut auf Platz 1.

Er selbst wird bei der Grand-Prix-Performance Klavier spielen, Loya übernimmt den Rest. Sprich: singen, tanzen, steppen und einen weißen Anzug tragen. Das sind Dinge, die der aus Kalifornien stammende Wahl-Münchner gelernt hat.

Ein Fan ist Christensen, der auf der Uhlenhorst wohnt, schon sicher: "Als wir auf Kuba das Video drehten, rief mich mein fünfjähriger Sohn an und summte mir das Lied vor."