Wenn der China-Mond in Berlin aufgeht . . .

Feier: Ole von Beust begrüßte rund 1000 Gäste in der Hamburgischen Landesvertretung in Berlin.

Konfuzius sagt: "Wird die Begrüßung nicht von einem Lächeln begleitet, so ist sie sinnlos." Konfuzius hat völlig Recht, und deshalb hatten Bürgermeister Ole von Beust und Hamburgs Bevollmächtigter beim Bund, Staatsrat Reinhard Stuth, gestern Abend gut zu tun. Immerhin waren fast tausend Gäste der Einladung zum Chinesischen Mondfest in der Landesvertretung zu Berlin gefolgt - Damen und Herren aus Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Diplomatie, Kultur und Medien. Von Beust begrüßte die Gäste mit der Bemerkung, im Reich der Mitte sei das Mondfest traditionell ein Fest der Begegnung zwischen Verwandten und Freunden "und somit ein geeigneter Anlass, um die lange und erfolgreiche Freundschaft zwischen Hamburg und China hervorzuheben". Ja, von Beust ging sogar so weit, Hamburg "das China-Zentrum Europas" zu nennen. Sehr zur Freude des chinesischen Gesandten Shi Mingde, der die glänzende wirtschaftliche Zusammenarbeit - in Hamburg haben 300 chinesische Unternehmen ihren Sitz - ebenfalls rühmte. Danach gab es fantastische Löwen- und Drachentänze und Darbietungen der Peking Oper. Als Quelle großen Vergnügens erwiesen sich die zweisprachigen Namensschildchen mit lautmalerischer Übersetzung, die nicht immer zum gewünschten Erfolg führten. Schwer zu sagen, was der kulinarische Renner des Abends war. Die asiatisch marinierte Entenbrust auf Soja-Honig-Sauce an Knusperlauch? Oder die Zanderschnitte auf Orangenrahmlinsen? In diesem Punkt waren sich die Gäste - unter ihnen Bürgerschaftspräsidentin Dorothee Stapelfeldt, die Senatoren Jörg Dräger und Dirk Nockemann, Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen und Hamburgs ehemaliger Erster Bürgermeister Hans-Ulrich Klose, Zoodirektorin Caroline Hagenbeck, Publizist Wolfgang Menge und der Kaffee-König Albert Darboven - absolut uneinig. Bleibt nachzutragen, dass auch gestern wieder der legendäre "Unsterblichkeitstrunk" gereicht wurde, und dass sich Abi Wallenstein und Gottfried Böttger kurz vor Mitternacht mit dem Sheng- und Erhu-Solisten Wu Wei zu einer westöstlichen Jam-Session zusammentaten. Da ging für viele das Fest erst richtig los.