Heinz Wings: Ein Banker, der das Schreiben liebt

Der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank hat Ideenwettbewerb ausgerufen.

Der Blick aus dem Fenster geht direkt auf die Gleise. Heinz Wings (51), Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Hamburg, kann aus seinem Zimmer die Züge in den Bahnhof Altona ein- und ausfahren sehen. Die Bürolage ist kein Zufall, schließlich wurde die Bank vor 100 Jahren als Genossenschaftskasse der Eisenbahner gegründet. "Noch heute kommen fast 50 Prozent unserer Kunden aus dem Eisenbahnbereich", sagt Wings. Die anderen 50 Prozent der 150 000 Privatkunden stammen aus ganz Norddeutschland und nehmen die Dienste des Hamburger Kreditinstitutes in Anspruch. "In diesem Jahr kamen 12 000 neue Kunden dazu", sagt Wings nicht ohne Stolz und erzählt von der kostenlosen Girokontoführung und der Sendung auf "Hamburg 1", wo die Sparda-Bank 14-tägig die Produkte des Kredtitinstitutes vorstellt. Heinz Wings liebt unkonventionelle Wege im Bankengeschäft. Deshalb hat er auch zum 100. Jubiläum einen Ideenwettbewerb ins Leben gerufen. Unter dem Motto "Mach's einfach" hat die Bank dazu aufgerufen, Ideen zu formulieren, die den Alltag und das Zusammenleben einfacher und besser machen. In der Jury sind Prominente wie Architekt Hadi Teherani (49), Theater-Manager Corny Littmann (50), Börsen-Managerin Carola Ferstl (35) und Uni-Präsident Jürgen Lüthje (61). Die entscheiden, wer am 22. November in der Color-Line-Arena prämiert wird. Denn dann feiert die Bank zwei Tage lang ihren 100. Geburtstag. Heinz Wings, in Aachen geboren, absolvierte Ende der 60er-Jahre eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Nebenbei ging er zum Abendgymnasium, wo er seine Frau Uschi kennen lernte. Mittlerweile sind die beiden 27 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder (26, 23). Wings begann nach dem Abitur, BWL zu studieren. Als er die beste Diplomarbeit am Institut für Kreditwesen an der Uni Münster schrieb, spielte er kurz mit dem Gedanken zu promovieren. "Ich hatte eine Familie zu ernähren, da verwarf ich den Wunsch schnell wieder." Heinz Wings machte Karriere: Von der Nord LB wechselte er in die Geschäftsleitung einer Privatbank und landete 1987 bei der Sparda-Bank, direkt im Vorstand. Seit vier Jahren ist Wings, der sich mit Joggen und Saunen fit hält, Vorstandsvorsitzender. Seitdem hat sich vieles verändert. Wings ist spezialisiert auf die modernde Informationstechnologie und wie sie sich für Banken nutzen lässt. Sein Buch "Digital Business in Banken" ist ein Standardwerk und brachte ihm den lang erwünschten Doktorhut. Die Sparda-Bank war wesentlich am Durchbruch des Online-Bankings beteiligt, 1998 gehörte Heinz Wings zu den Initiatoren der NetBank AG, die ihren Sitz im Haus der Sparda-Bank hat. Fragt man Wings nach seinen Hobbys, nennt er nur eines: das Schreiben. 250 Aufsätze hat er in den vergangenen Jahren zum Thema Informationstechnologie und Bankstrategie verfasst: "Das macht mir Spaß", sagt er, "nur wenn man sich auf ein Gebiet spezialisiert, kann man auch Höchstleistungen erbringen."