Kandys schwierige Taufe

Hagenbecks neuer Liebling

Erst lief sie ins Wasser, dann tobte sie durch das Gehege, rangelte mit den erwachsenen Tieren und schmiss sich schließlich vor großem Publikum in den Sand. Schüchtern? Von wegen. Erst als es ernst wurde, versteckte sich das Energiebündel zwischen Mamas kräftigen Beinen. Gestern wurde Hagenbecks zehn Wochen altes Elefantenbaby getauft. Seit 11.30 Uhr hört sie nun auf den Namen Kandy. "Kandy ist eine heilige Stadt in Sri Lanka, über die ich eine Reportage gesehen habe", erklärte Swantje Wiening (19), Bürokauffrau aus Norderstedt, ihren Namensvorschlag, der von Radio Hamburg und Hagenbeck ausgewählt worden war. Der amerikanischen Generalkonsulin Susan Elbow (46), Taufpatin von Kandy, gefiel der Vorschlag: "Zum einen passt er gut zu einem asiatischen Elefanten, außerdem heißt Candy übersetzt Süßigkeit - und sie ist doch einfach süß." Süß ja - und eigenwillig. Vier Anläufe brauchte Elbow mit Unterstützung der Pfleger, um ihrem Patenkind für alle Zuschauer einsehbar einen Schluck Kokosnuss-Milch aus einer frischen Kokosnuss über die Stirn zu gießen. Obwohl sie das erste Mal so engen Kontakt mit den grauen Riesen hatte, ging die Konsulin dabei sehr sicher auf die Tiere zu. Elbow: "Ich durfte am Dienstag bereits kurz mit Kandy spielen, da haben wir uns kennen gelernt." Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (76), einer von insgesamt fünf vorherigen Elefanten-Taufpaten bei Hagenbeck, hatte seinerzeit deutlich mehr Respekt gezeigt - und Abstand gehalten. Zur Ernennung als Ehren-Elefanten-Frau wurde Susan Elbow ein silberner Elefantenhaken mit Ledergriff überreicht. Den hat Professor Hermann Schnabel (82) bereits, der mit seiner Frau Else der Zeremonie beiwohnte. Er überreichte dem Tierpark einen Scheck über 10 000 Euro, um die erfolgreiche Hamburger Elefantenzucht weiter zu unterstützen.