Drachen-Türme für Harburg

Geplant: China-Handelszentrum an der Blohmstraße

Hamburg soll ein chinesisches Handelszentrum bekommen. Pläne für einen "China-Tower" liegen bereits in der Schublade der Harburger Baufirma H. C. Hagemann. Standort wird das Channel-Harburg-Gelände zwischen Ziegelwiesenkanal, Seehafenbrücke und Blohmstraße sein. Das Gebäude in Form eines Doppelturms soll auf den Fundamenten eines ehemaligen Silos entstehen. Die Idee dazu hatte Hagemann-Chef Arne Weber (58): "Der Ruf nach einem chinesischen Handelszentrum für Hamburg ist alt. Denn obwohl China der drittgrößte Handelspartner Deutschlands ist, fehlen Netzwerke, um deutsch-chinesische Handelsbeziehungen aufzubauen und zu pflegen", sagte Weber gestern gegenüber dem Abendblatt. Allein in Hamburg sind rund 300 chinesische Firmen ansässig, in der Volksrepublik China und in Taiwan arbeiten rund 800 Hamburger Firmen. Weber: "Mittelständische und kleine Unternehmen können sich auf Grund fehlender Kontakte und hoher Kosten bisher nur schwer am globalen Markt beteiligen." Den Doppelturm, der das Herzstück des Zentrums werden soll, entwarf das Hamburger Architekten-Büro Akyol Gullotta Kamps. Er wird 16 und 18 Stockwerke hoch, gekrönt von einem chinesischen Drachen. Insgesamt 7000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche werden entstehen. Geplante Projekte im Tower sind ein Handelsforum, eine Kontakt- und Exportbörse, ein Kunst- und Kulturzentrum sowie ein Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Im Handelsforum sollen chinesische Firmen in Schauräumen ihre Produkte ausstellen und Geschäfte ohne Zwischenhändler direkt mit dem Kunden abwickeln. Im Kulturzentrum sind Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Vorträge zu verschiedenen Themen aus Kunst, Kultur, Geschichte und Zeitgeschehen geplant. Weber: "Sie sollen Teilnehmern das neue und das alte China aus verschiedenen Blickwinkeln näher bringen." Mit dem Bau will Weber beginnen, sowie er genügend Mieter für das Projekt hat. Erst kürzlich hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (48, CDU) erklärt: "Wir bemühen uns, Hamburg als ,China Gate' zu installieren. China ist der Wachstumsmarkt überhaupt." Und Ende Mai hatte der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) eine Außenhandelskommission in Hamburg gegründet. Damit entstehe eine wichtige Plattform für Geschäftskontakte in alle Welt, insbesondere auch nach China, sagte Werner Czerwinski, Chef des BVMW Hamburg.