China-Medizin-Institut in Hamburg geplant

TCM-Zentrum soll Qigong, Tuina, Akupunktur oder Akupressur anbieten.

Hamburg soll zum bundesweiten Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) werden. Prof. Roland Salchow (57), Staatsrat in der Wissenschaftsbehörde, bestätigte dem Hamburger Abendblatt, dass die Planungen für ein TCM-Institut bereits auf Hochtouren laufen. Der Staatsrat spricht schon von einer "Mini-Hochschule", an der rund um Fächer wie Qigong, Tuina, Akupunktur und Akupressur gearbeitet wird. Das Institut soll seinen Sitz beim Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) haben, insgesamt aber unabhängig bleiben. Die Zahl der dort beschäftigten Mitarbeiter beziffert Wissenschaftsstaatsrat Salchow auf "zwischen sechs und zehn", darunter eine Stiftungsprofessur, die rechtzeitig eingerichtet wird. Als Gutachter des Senats fungiert der Heidelberger TCM-Experte Dr. Johannes Greten. Das neue Institut soll mit zwei weiteren Standorten verbunden sein, die intern als "Satelliten-Stationen" bezeichnet werden. Eine davon wird ihren Sitz in der Hamburger HafenCity haben. Heute trifft sich ein 30-köpfiges Expertenteam bei Salchow im Rathaus, um die wichtigsten Eckpunkte des Projektes festzulegen. Mit am Tisch sitzen namhafte Medizinexperten und Vertreter der wichtigsten Hamburger Gesundheitsgremien. Auf der Teilnehmerliste stehen Ärzte des Universitätsklinikums Eppendorf, der Krankenhäuser Wandsbek und Barmbek, Gesundheitsexprten der Bürgerschaft, Vertreter von AOK, BKK Hamburg, der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft und des Ärzteverbands. Senatskanzlei sowie Wissenschafts- und Gesundheitsbehörde sind durch ihre Staatsräte vertreten. Prof. Roland Salchow, zusammen mit Bürgermeister Ole von Beust (47, CDU) der treibende Motor hinter dem Projekt: "Das wird eine wichtige Sache. Ich will, dass es klappt." Der Staatsrat glaubt, das fertige Konzept noch in diesem Jahr vorlegen zu können. Für die Finanzierung veranschlagt Roland Salchow 1,5 Millionen Euro, nach zwei bis drei Jahren soll sich das neue Institut dann selbst tragen. Außerdem geht der Staatsrat davon aus, dass sich namhafte Mäzene an der weiteren Finanzierung beteiligen werden. Vom Standort beim Universitätsklinikum Eppendorf verspricht sich Salchow die optimale Umsetzung der Verbindung von Forschung und Lehre - außerdem sei dadurch ein lebhafter Kontakt zu den vielen stationären Abteilungen möglich. Staatsrat Salchow: "Wo die traditionelle Medizin nicht mehr weiterkommt, können sich Ärzte jederzeit mit ihren TCM-Kollegen kurzschließen." Die Idee, chinesische Heilkunst stärker als bisher in Hamburg zu verankern, geht nicht zuletzt auf den Shanghai-Besuch Ole von Beusts im vergangenen Jahr zurück. Dort hatte er die Prüfung entsprechender Wünsche zugesagt. Ausschlaggebend war aber auch die stark steigende Nachfrage nach chinesischer Heilkunst in ganz Deutschland.