823. Hafengeburtstag

Schon fast eine Million Besucher an der Elbe

Schlepperballett bestaunen und bei Bier und Fischbrötchen Schiffe gucken – am Sonnabend besuchten hunderttausende den Hafengeburtstag.

Hamburg. Auch am zweiten Tag hat der Hafengeburtstag hunderttausende Hamburger und Besucher aus der ganzen Welt an die Elbe gelockt. Bei einem Wechsel von Sonne, Wolken und Regen strömten die Besucher an die rund 500 Buden und an Bord der Boote und Schiffe. Am Freitag waren es nach Veranstalterangaben bereits 300 000 Besucher. „Wenn das Wetter hält, könnten wir heute wieder den Rekordwert vom letzten Jahr erreichen“, sagte eine Sprecherin des Veranstalters. Damals lag der Tageshöchstwert bei 750 000 Besuchern. „Wir sind mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden“, ergänzte sie.

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Auch die Polizei berichtete von einem friedlichen Fest. Einziger Zwischenfall: Am frühen Sonnabendnachmittag kenterte ein fünf Meter langes Sportboot mit drei Jugendlichen an Bord im Hafen. Das Trio sei zwar nass, aber unverletzt von einem anderen Boot aufgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Großer Andrang herrschte vor den fünf vor Anker liegenden Windjammer. Begleitet von der stets präsenten Stimme von Hafenkommentator Christoph Schumann reihten sich die „Sehleute“ in lange Schlangen etwa vor der 1926 als „Padua“ gebauten „Kruzenshtern“ ein. „Ich war schon auf vielen kleinen Schiffen, aber noch nie auf einem so großen Segler“, sagt Thomas Starck. Der 58-Jährige ist für den Hafengeburtstag aus Basel in der Schweiz angereist. „So ein Viermaster ist schon spannend“, sagte er.

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Am Abend stand als Höhepunkt des Hafenprogramms das traditionelle Schlepperballett auf dem Programm. Fünf über 5000 PS starke Hafenschlepper vollführten dabei zu Klängen von James Last und Freddy Quinn Pirouetten auf dem Wasser. Zehntausende Schaulustige säumten dabei die Hafenmauer, um einen Blick auf das Geschehen auf dem Wasser zu ergattern – was nicht allen gelang. „Es wäre schön, wenn man etwas sähe“, sagte der 70-jährige Wilfried Schönefeld aus Berlin, der das Geschehen aus der fünften Reihe verfolgte. Aber es lohne sich trotzdem, sagte er.

Später am Abend tauft der Hauptsponsor des Hafengeburtstags, die Reederei AIDA Cruises, seinen neuesten Kreuzfahrtriesen „AIDAmar“. Zum Tagesabschluss wird ein rund drei Kilometer langes Feuerwerk den Nachthimmel über der Elbe erleuchten.

Bereits am Mittag protestierten unterdessen rund zwei Dutzend Demonstranten am Cruise Center vor dem dort liegenden Kreuzfahrtschiff „AIDAluna“ gegen die Luftverschmutzung durch die Kreuzschifffahrt. Auf Transparenten hieß es „Uns stinkts!“ und „Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“. Der NABU fordert den Verzicht auf Schweröl als Treibstoff und den Einsatz moderner Abgastechnik.

„Mit großem Aufwand zieht AIDA vier seiner Schiffe in Hamburg zusammen und veranstaltet so eine der schmutzigsten Schiffstaufen aller Zeiten“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Monika Griefahn, Umweltbeauftragte von AIDA Cruises sagte, sie könne verstehen, dass der NABU einen Angriffspunkt suche, um symbolhaft das Problem der ganzen Schifffahrt deutlich zu machen. „Allerdings macht die Kreuzfahrt da nur einen Bruchteil von 0,5 Prozent an der gesamten Schifffahrt aus,“ sagte Griefahn. Zudem gebe es durch die internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) ein Ausstiegsszenario aus dem Einsatz von Schweröl, den AIDA Cruises unterstütze.

(abendblatt.de/dpa)