Staatsanwalt

Hamburg ermittelt gegen verhafteten Schweizer

Gegen Sebastien N. wurde Verstoß gegen das Waffengesetz eingeleitet. Der Neonazi war nach Schüssen auf einen Mann in Harburg verhaftet worden.

Hamburg. Nach der Verhaftung eines international gesuchten Neonazis aus der Schweiz in Hamburg laufen auch in der Hansestadt Ermittlungen gegen den 24-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen Sebastien N. wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet, wie Sprecher Wilhelm Möllers am Freitag sagte.

Als der Neonazi am Montag im Bahnhof Hamburg-Harburg gefasst wurde, hatte er eine scharfe Pistole in seinem Rucksack. Der Mann soll am Wochenende in Zürich während eines Streits auf einen 26-Jährigen geschossen haben. Das Opfer kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Der Verdächtige floh ins Ausland. Seit Dienstag sitzt er in Hamburg in Auslieferungshaft

Diverse Schweizer Medien berichten, dass der angeblich alkoholkranke N. dieses Jahr zu 39 Monaten Haft verurteilt worden war. Dem Mann mit den kurzen blonden Haaren, der die Neonazi-Szene vor Gericht als seine Familie bezeichnet haben soll, wurden mehr als 40 Delikte vorgeworfen. Dazu gehören unter anderem Körperverletzung, Drohung und Beschimpfung sowie Verstoß gegen das Waffengesetz. Einen Albaner soll er zum Beispiel mit einem Schlagring angegriffen haben. Zudem wurde er wegen Rassendiskriminierung angezeigt, da er in der Öffentlichkeit den Hitlergruß gezeigt und Propagandaparolen geschrien haben soll. (HA)

Mit Material von dapd