Universität

Protestieren gegen Sparpläne geht über Studieren

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Uni-Präsident Dieter Lenzen hat nach Abendblatt-Informationen den Fakultäten empfohlen, die "Anwesenheitspflicht" auszusetzen.

Hamburg. Studierende, die sich an Protesten gegen Sparmaßnahmen beteiligen und nicht an Lehrveranstaltungen teilnehmen, sollen laut Universität "keine Nachteile" haben. Uni-Präsident Dieter Lenzen hat nach Abendblatt-Informationen den Fakultäten empfohlen, die "Anwesenheitspflicht" auszusetzen und auf "prüfungsrelevanten Stoff" in dieser Zeit zu verzichten.

Mit Blick auf die nahenden Proteste hat SPD-Fraktionschef Andreas Dressel jetzt auch für den kommenden Haushalt ausgeschlossen, das Budget für Hochschulen deutlich zu erhöhen. "Die Kämpfe führen zu nichts", sagte Dressel. Ab 2013 werde ein "Ausgabenkorridor" erarbeitet, der jährlich nicht mehr als ein Prozent Steigerung erlaube, um die Schuldenbremse einzuhalten - der Akademische Senat fordert dagegen eine deutlich höhere Steigerung. "Das Wachstum wird langsam, aber verlässlich sein", so Dressel. Zudem seien Abschaffung und Kompensation der Studiengebühren (35 Millionen Euro jährlich) eine "enorme Investition in die Wissenschaft".

13 Millionen Euro hat die SPD im Wissenschaftsetat gestrichen. Zum Widerstand sagte Dressel: "Wenn die Uni ein Kampagnenbüro einrichtet, dann zeigt es, dass in der Verwaltung dort noch gespart werden kann."