Tausende Pendler kamen zu spät

Im Bahnhof Heimfeld blieb eine S-Bahn der Linie 31 liegen und blockierte 90 Minuten lang das Gleis

Hamburg. Das war für Tausende Berufspendler gestern kein guter Start in die neue Woche: Im Bahnhof Heimfeld blieb eine S-Bahn der Linie 31, unterwegs in Richtung Innenstadt, liegen. Mehr als 90 Minuten lang blockierte der Zug das Gleis - während des morgendlichen Berufsverkehrs. Erst später konnte der Zug durch einen anderen weggezogen werden.

Wegen des Zwischenfalls kam es zu massiven Behinderungen auf der Strecke der S 3 und der S 31. Insgesamt fielen 22 Züge aus. Weitere S-Bahnen fuhren nach Auskunft eines Sprechers auf der Strecke zwischen 7.30 und 8.50 Uhr nur unregelmäßig oder mit deutlicher Verspätung.

Doch wieso war die S-Bahn überhaupt liegen geblieben? "Es lag eine Bremsstörung vor. Deshalb durfte der Zugführer nicht weiterfahren ", so ein Bahn-Sprecher. Man bedauere den Vorfall und bitte die betroffenen Fahrgäste um Entschuldigung. Während die etwa 600 Passagiere des liegen gebliebenen Zugs ihre Fahrt mit einer anderen S-Bahn vom Gleis gegenüber fortsetzten, stiegen zwei Fahrgäste laut Bahn-Sprecher nicht aus und saßen dann 90 Minuten in der S-Bahn fest.

Die Tausenden S-Bahn-Kunden, die wegen der technischen Panne verspätet an ihr Ziel kamen, sollen jetzt im Rahmen der neuen "Pünktlichkeitsgarantie" des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) entschädigt werden: "Den Fahrgästen wird ab einer Verspätung von 20 Minuten die Hälfte des Fahrpreises erstattet. Es muss aber zunächst ein Antrag gestellt werden. Das geht im Internet oder per Telefon", sagte HVV-Sprecherin Gisela Becker.

Beispiel: Wer eine Einzelfahrkarte für den Großbereich Hamburg für 2,80 Euro gekauft hat, bekommt 1,40 Euro zurückerstattet. Die Fahrgäste, die eine Zeitkarte besitzen, bekommen mindestens einen Euro erstattet. Die "Pünktlichkeitsgarantie" gilt seit 11. Januar dieses Jahres und wird von den Kunden laut HVV-Sprecherin Becker gut angenommen.

Seit gestern kommt es auch bei der Hochbahn zu Behinderungen: Auf der U 3 müssen sich Fahrgäste noch bis zum 28. August auf Fahrzeitverlängerungen von bis zu 20 Minuten einstellen. Es fahren Busse. Denn wegen Bauarbeiten ist die Strecke zwischen den Haltestellen Berliner Tor und Mundsburg gesperrt. Die Hochbahn investiert rund zwölf Millionen Euro. Davon soll unter anderem die Haltestelle Uhlandstraße modernisiert und die U-Bahn-Brücke über die Güntherstraße erneuert werden.