Senat investiert in Spitzentennis - und bei ihnen wird gekürzt

Hamburg. Anton und Jan, beide 13 Jahre alt, und Stjepan, 12, spielen leidenschaftlich gern Fußball. Die drei Jungs treten beim Niendorfer TSV gegen den Ball, dem Klub mit der größten Jugend-Fußballabteilung in Deutschland. Jetzt denkt der Verein im Norden Hamburgs intensiv über einen Aufnahmestopp für Kinder und Jugendliche nach. Der Grund: Die Stadt hat die für 2011 geplante Modernisierung der Niendorfer Sportanlagen um ein Jahr verschoben. 600 000 Euro würde die überfällige Sanierung kosten - doch genau diese Summe will der Senat nun dem Etat für "Bau- und Instandsetzung für Sportanlagen" entnehmen und in das Deutsche Galopp-Derby in Horn und das Tennisturnier am Rothenbaum investieren. Ein Vorgehen, das Hamburgs Vereine empört.

"Dem organisierten Sport und damit den Vereinen und Verbänden würde das ganz erheblich schaden, weil diese 600 000 Euro der dringenden Sanierung der Sportstätten verloren gingen. Dafür habe ich kein Verständnis", sagt Gerd Lenzen, Sprecher der 23 Hamburger Topsportvereine.