Nachspiel

Gucken, nicht kaufen

Wer große Sprünge machen möchte, braucht ein gut bestücktes Portemonnaie - oder einen kapitalkräftigen Sponsor. Was die Reitersleut in Klein Flottbek von jeher wissen, lernen auch die Normalos beim Bummel durch den Derbypark: ohne Moos nix los. Stiefel für mehr als 300 Euro, sündhaft teure Seidenschälchen oder ein schlichtes Poloshirt für 138 Euro weckten Zweifel an der Bodenhaftung manches Ausstellers. Motto folglich meist: gucken, nicht kaufen.

Umso erfreulicher, dass der Hauptsponsor ein Herz für kleine Leute zeigte. "Kinder-Cappuccino", also Milchschaum pur, wurde gratis gereicht. Wer als Erwachsener Bohnen schmecken wollte, erhielt für 1,50 Euro Kaffee & Kuchen. So blieb zumindest ein Qualitätsabfall leichter zu verschmerzen: Das Kinderland auf der Anlage war auch schon größer und attraktiver bestückt. Bungee-Hüpfen und Ponys zum Rundendrehen fielen komplett aus.

Auch die Schminkecke, sonst Anziehungspunkt (und Parkplatz!) für den Nachwuchs, war nur zeitweise besetzt. Wie gut, dass die nette Dame am Stand in der Marktplatzmitte beide Augen zudrückte und Kinder auf die Massagebänke ließ. So erfuhr man nebenbei, dass es auch Massagedecken für Vierbeiner gibt.

Am originellsten aber war der Mann mit der Plastiktüte. In aller Seelenruhe sammelte er Pferdeäpfel auf. Für den heimischen Garten? Oder ganz einfach als Glücksbringer? In jedem Fall gratis ...