Senatspläne bringen Hamburgs Tagesmütter auf

Protestbrief an Dietrich Wersich. Verband fürchtet Einführung von "Billig-Krippen"

Hamburg. Nach den Protesten gegen die Erhöhung der Kita-Gebühren steht Hamburgs Gesundheitssenator Dietrich Wersich (CDU) neuer Ärger ins Haus. Der Vorstand des Hamburger Tagesmütter- und -väter e. V. hat jetzt in einem offenen Brief, der dem Abendblatt vorliegt, scharfe Kritik an den Plänen des Senats zum Ausbau der Tagespflege formuliert.

Wersichs Pläne seien "unausgegoren" und nicht geeignet, "die Tätigkeit attraktiver zu machen", sagt Annette Kotsobolos, die 1. Vorsitzende der Interessenvertretung der Tagesmütter und -väter.

Die Sozialbehörde will vom 1. Februar 2011 an Zusammenschlüsse von mindestens drei Tagesmüttern in Großtagespflegestellen fördern. Nur sie erhalten einen Mietzuschuss. Weil für Tagespflegestellen aber weniger strenge Anforderungen als für Kitas gelten, fürchtet der Verein die Einführung von "Billig-Krippen" durch die Hintertür. "Wir fordern Mietzuschüsse für jede Tagespflegeperson, die externe Räume anmietet", sagt Kotsobolos.

Sie kritisiert auch die 13 Euro Essensgeld, die alle Eltern, deren Kinder mindestens 21 Stunden pro Woche betreut werden, künftig an die Tagesmutter zahlen müssen. Dies sei eine versteckte Gebührenerhöhung. Um dieselbe Summe nämlich werde das Tagespflegegeld der Behörde für Tagesmütter gekürzt.