Grundsteinlegung

Hamburger Konservatorium zieht ins Quartier Kolbenhöfe

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Marcus Stäbler
Kulturstaatsrätin Jana Schiedek hielt bei der Grundsteinlegung eine Rede.

Kulturstaatsrätin Jana Schiedek hielt bei der Grundsteinlegung eine Rede.

Foto: Christopher Tamcke/Geisler-Fotop / picture alliance

Älteste Musikausbildungsstätte Hamburgs kommt 2024 aus Sülldorf nach Ottensen. Sie wird Teil des außergewöhnlichen Neubauprojekts.

Hamburg.  Das Hamburger Konservatorium, die älteste Musikausbildungsstätte der Stadt, bekommt eine neue Heimat und zieht nach Ottensen. Im Quartier Kolbenhöfe – derzeit eine riesige Baustelle, auf der ein Dutzend Kräne in den Himmel ragen – entsteht ein Komplex namens Musik.Werk.Stadt. Dafür wurde gestern der Grundstein gelegt.

Dort, wo aktuell Bagger brummen, sollen in zwei Jahren Kinder toben, musikalische Talente ausgebildet und Konzerte genossen werden. Und nicht nur das: Die barrierefreie Musik.Werk.Stadt will eine kulturelle Begegnungsstätte sein, für Menschen jedes Alters, mit und ohne Beeinträchtigung. Das Neubauprojekt nutzt Teile eines ehemaligen Magazins und eines Kompressorenhauses und vereint so historische Industriearchitektur und moderne Stadtgestaltung.

Grundsteinlegung für Musikschule, Konzertsäle und eine Kita

Auf dem früheren Kolbenschmidt-Areal, nahe der S-Bahn-Station Bahrenfeld, erwächst ein vielfältiges Angebot mit einem außergewöhnlichen Konzept: Es verbindet Musikschule und Akademie mit zwei Konzertsälen sowie einer Musik-Kita mitsamt einer großen Außenspielfläche der Kita auf dem Dach. Als Mentoren für diese Musik-Kita und die Musikschule stehen Liedermacher Rolf Zuckowski und Generalmusikdirektor Kent Nagano dem Konservatorium zur Seite. Auf einer über mehrere Etagen verteilten Nutzfläche von 4646 Quadratmetern sollen unter anderem 60 Unterrichts- und elf Kitaräume Platz finden, für wöchentlich bis zu 2300 Musikschülerinnen und -schüler, 400 Studierende und 115 Kita-Kinder.

Nichts weniger als ein „Meilenstein auf dem Weg zur Zukunftsmusik“ sei das Projekt, betont Kulturstaatsrätin Jana Schiedek als eine von sechs Rednerinnen und Rednern bei der Grundsteinlegung gestern Nachmittag, umrahmt von Baulärm, Sonnenschein und, natürlich, Musik. Mit einer Uraufführung, mit einer Geigen­caprice von Paganini sowie mit einer Jazzband und dem Ensemble Salam für Arabische Musik deuteten Schüler, Studierende und Dozenten die Bandbreite des Konservatoriums an.

Die Gesamtkosten für das Bauprojekt umfassen knapp 30 Millionen Euro, die größtenteils durch die Hamburger Sparkasse kreditfinanziert und durch eine Bürgschaft der Stadt Hamburg in Höhe von 20 Millionen Euro abgesichert werden. Die Suche nach weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern, gerade für den Innenausbau, gehört zu den wichtigsten Zielen für die nächsten Jahre. Auch nach dem geplanten Umzug im Frühjahr 2024, wenn der jetzige Hauptstandort des Konservatoriums in Sülldorf aufgegeben wird.

Die neue Adresse in Ottensen – Lilly-Giordano-Stieg 1–3 – erinnert an das Schicksal der jüdischen Klavierpädagogin Lilly Giordano, die um 1920 am Konservatorium unterrichtet hat.

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