Industriedenkmal

Comeback für den Schellfischtunnel: Das ist jetzt geplant

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Der verschlossene Tunnel soll wieder „erlebbar“ werden.

Der verschlossene Tunnel soll wieder „erlebbar“ werden.

Foto: Michael Rauhe / Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Stadt will den Bau wieder für alle zugänglich machen. Dafür wird jetzt ein Konzept erarbeitet. Was ab Frühjahr möglich sein soll.

Hamburg. Der lange vernachlässigte Schellfischtunnel steht vor einem Comeback. Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) will den denkmalgeschützten Bau wieder für Publikumsverkehr öffnen. Dazu arbeitet die BVM derzeit mit dem Verein Hamburger Unterwelten e. V. an einem Nutzungskonzept. Ziel ist es, schon im kommenden Frühjahr historische Führungen oder Veranstaltungen im Tunnel zu ermöglichen und den Bau so wieder für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder vereinzelt Führungen durch den Tunnel gegeben, beispielsweise am Tag des offenen Denkmals. Dann musste er, wie kürzlich berichtet, wegen Sicherheitsbedenken gesperrt werden.

Indus­triedenkmal: Führungen im Tunnel geplant

Das zukünftige Nutzungskonzept befindet sich noch in der Abstimmung mit den zuständigen Gremien. Darin soll unter anderem geregelt werden, dass der Verein Hamburger Unterwelten den allgemeinen Zustand des Tunnels laufend in Augenschein nimmt, Müll entfernt und die ordentliche Absperrung sicherstellt.

Anjes Tjarks (Grüne), Senator für Verkehr und Mobilitätswende, sagt dazu: „Der Schellfischtunnel ist ein prägendes und geschichtsträchtiges Indus­triedenkmal im Herzen unserer Stadt, das bei vielen Hamburgerinnen und Hamburgern auf großes Interesse stößt. Eine verkehrliche Nutzung ist nicht in Sicht, umso mehr möchten wir dem Wunsch der Öffentlichkeit nachkommen, die Tore zum Schellfischtunnel wieder für Führungen zu öffnen. Dazu stimmen wir uns jetzt mit „Hamburger Unterwelten“ ab, um möglichst bald wieder spannende und sichere Führungen vor Ort möglich zu machen.“

Altonaer Hafenbahntunnel 1876 eröffnet

Und Kultursenator Carsten Brosda (SPD) ergänzt: „Die Zugänglichkeit dieses Industriedenkmals ist die Grundlage dafür, dass ein wichtiger Teil der Geschichte Altonas und Hamburgs für die Öffentlichkeit erlebbar ist.“ Holger Dierks vom Verein „Hamburger Unterwelten“ kündigte an, dass der Tunnel gemeinsam mit befreundeten Vereinen so vorbereitet werde, dass die Führungen möglichst bald beginnen könnten.

Der Altonaer Hafenbahntunnel, so der offizielle Name, ist eines der ältesten erhaltenen Dokumente des Tunnelbaus in Hamburg und Zeugnis der wirtschaftlich bedeutenden Modernisierung des Hafenbetriebs in Altona im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Er wurde 1876 eröffnet und dann 1895 noch einmal auf 916 Meter verlängert. Er erstreckt sich, vor allem unter der Max-Brauer-Allee, vom Bahnhof Altona bis zur Elbe. Wegen des rückläufigen Warenumschlags im Altonaer Hafen war er 1993 stillgelegt worden. Zum Erhalt der Standsicherheit wurde er von 1999 an teilweise saniert und dabei unter anderem mithilfe von Beton stabilisiert.

( schmoo )

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