Corona-Krise in Hamburg

Polizei verordnet 1000 Euro Strafe nach Benefizkonzert

Sangerin Julia Böttcher-Andresen (l.) und Violinistin Coco Düppers beim Balkonkonzert am Museumshafen Oevelgönne.

Sangerin Julia Böttcher-Andresen (l.) und Violinistin Coco Düppers beim Balkonkonzert am Museumshafen Oevelgönne.

Foto: Seemannstochter

Das Duo Seemannstochter hat nun einen Bußgeldbescheid bekommen – weil es auf dem Balkon für Künstler in Not gespielt hatte.

Hamburg. Sängerin Julia Böttcher und Violinistin Coco Düppers wollten mit ihrem Balkonkonzert andere Künstler, denen es in der Corona-Krise weniger gut geht, unterstützen – und für gute Stimmung sorgen. Vier Wochen nach ihrem Auftritt auf einem Balkon direkt am Museumshafen Oevelgönne am Ostersonntag hatte ihr Manager Ole Andresen als Veranstalter nun einen Bußgeldbescheid der Stadt Hamburg im Briefkasten.

"Wir sollen 1000 Euro zahlen", sagt Andresen. Er managt seine Ehefrau Julia Böttcher, die unter dem Künstlernamen Seemannstochter auftritt. Sie wohnen direkt gegenüber des Fähranlegers Neumühlen im Stadtteil Ottensen. Während das Duo spielte, blieben etwa 50 Passanten stehen und lauschten der Musik.

Seemannstochter ist im Livestream zu sehen

Die kleine Versammlung rief angesichts der Kontaktsperre die Polizei auf den Plan. Die beendete das Konzert und löste die Mengen auf. "Ich hatte geglaubt, es würde bei einer Verwarnung bleiben", sagt Andresen. Dem ist nicht so. "Wir fühlen uns ungerecht behandelt", sagt er.

Mit dem Konzert wollten die Musikerinnen „Safe Our Sounds“ unterstützen. Mit der Kampagne ruft das Clubkombinat Hamburg zu Spenden für die Clubstiftung auf. Das Geld ist für in Not geratene Clubs und Musikbars.

Die Musikerinnen wollen sich von ihren Auftritten nicht abhalten lassen und haben diese ins Internet verlegt. Am Muttertag werden sie wieder singen und spielen. Da Konzert übertragen sie von 19.30 Uhr an im Livestream auf ihrer Facebook-Seite "Seemannstochter". Am Montag will sie zudem ihr neues Lied „Jetzt erst recht“ vorstellen.

( ade )

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