Hamburg

Autofreies Ottensen – neuer Ärger vor Beginn des Versuchs

Von Anfang September 2019 bis Ende Februar 2020 werden Teile der Ottenser Hauptstraße, der Bahrenfelder Straße, der großen Rainstraße sowie der Erzberger Straße zu einem weitgehend autofreien Bereich.

Von Anfang September 2019 bis Ende Februar 2020 werden Teile der Ottenser Hauptstraße, der Bahrenfelder Straße, der großen Rainstraße sowie der Erzberger Straße zu einem weitgehend autofreien Bereich.

Foto: Andreas Laible / Funke Foto Services

Am Sonntag startet das Pilotprojekt "Ottensen macht Platz" rund um den Spritzenplatz. Doch es gibt noch drängende Fragen.

Hamburg. Am Freitag montierten Handwerker noch die letzten Stelen und Sitzmöbel. Am Sonntag beginnt in Ottensen einer der ungewöhnlichsten Verkehrsversuche in Deutschland: Bis Ende Februar wird die Zone rund um den Spritzenplatz weitgehend autofrei. Lieferverkehr ist dann nur noch von 23 bis 11 Uhr gestattet. Nur wer einen privaten Stellplatz hat, darf weiter rund um die Uhr in das Gebiet fahren. Ausnahmeregelungen gibt es etwa für Schwerbehinderte. Taxis und Radfahrer können unbegrenzt im „Flanierquartier auf Zeit“ (so der Werbeslogan) fahren.

Doch vor dem Straßenfest, das am Sonntag um 11 Uhr beginnt, gibt es Streit. Die Initiative „Ottensen bewegt“, in der sich Kritiker des Verkehrsversuchs organisiert haben, kritisiert das Verfahren bei der Bezirksversammlung Altona am Donnerstag. Es habe keine öffentliche Fragerunde gegeben, obwohl viele Bürger Fragen eingereicht hätten: „Ein solches Verhalten ist einer bürgernahen Demokratie unwürdig.“

Autofreies Ottensen: Es mangelt an Ausnahmegenehmigungen

Stefanie Wolpert (Grüne), Vorsitzende der Bezirksversammlung, sagt, aus formalen Gründen habe es keine Möglichkeit gegeben, diese Fragen zuzulassen. Allerdings sei über die meisten Einwände in der Sitzung der Bezirksversammlung sehr wohl diskutiert worden, da ihre Fraktion eine Aktuelle Stunde zu diesem Thema beantragt habe.

Kritik gibt es auch daran, dass viele Ausnahmegenehmigungen noch nicht ausgestellt worden seien. „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben sich einen Wolf gearbeitet“, sagt Kersten Albers, stellvertretender Bezirksamtschef. Die Anwohner könnten jetzt mit ihrem Bescheid rechnen.

Bei den Gewerbetreibenden könne es noch eine Woche dauern, da die Einzelfallprüfungen „zum Teil extrem komplex“ gewesen seien: „Wir haben dies hinterlegt mit einer Absprache mit der Polizei, dass sie dort mit Augenmaß rangehen.“ Keine Gnade gibt es allerdings für Autofahrer, die mit ihrem geparkten Fahrzeug am Sonntagmorgen trotz Verbotsschildern das Straßenfest blockieren. Diese Autos werden abgeschleppt.