Wegen Ida-Ehre-Schule?

"Antifa Altona Ost" gegen AfD: Großeinsatz in Nienstedten

Eine Fahne der "Antifa Altona Ost" (Archiv) – die Gruppe wird wegen linksextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet.

Eine Fahne der "Antifa Altona Ost" (Archiv) – die Gruppe wird wegen linksextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet.

Foto: Imago/Jannis Große

Linksradikale verdecken Politiker an Infostand mit Regenschirmen und Bannern. Die Gruppe ist im Visier des Verfassungsschutzes.

Hamburg. Aufeinandertreffen von Linken und Rechten im Hamburger Westen: Mitglieder der Gruppe "Antifa Altona Ost" haben am Sonnabend einen Infostand der AfD in Nienstedten blockiert. Die Polizei war zur Sicherheit mit einem größeren Aufgebot vor Ort.

Nach Angaben eines Polizeisprechers waren etwa 25 Personen aus dem linksradikalen Spektrum zu dem Infostand an der Nienstedtener Straße gekommen. Sie führten demnach zwei große Stoffbanner mit sich: Eines mit der Aufschrift der "Antifa Altona Ost" und ein zweites mit dem Titel "Rotes Altona – auf zu neuen Kämpfen". Mithilfe von Regenschirmen spannten die Linken die Banner so auf, dass die AfD-Politiker an dem Infostand für Passanten nicht mehr zu sehen waren.

Auch Bereitschaftspolizei im Einsatz

Ab 10.45 Uhr rückte die Polizei unter anderem mit einem bürgernahen Beamten als Vermittler und Beamten der Bereitschaftspolizei ein. "Es kam zu keiner körperlichen Gewalt", sagte der Polizeisprecher.

Die Mitglieder der Antifa-Gruppe meldeten in der Folge eine Versammlung gegen den Infostand der AfD auf einer gegenüberliegenden Grünfläche an der Straße Op de Schanz an. Ein 18-Jähriger trat dabei als Versammlungsleiter auf. Laut Polizei verlief diese weiterhin friedlich. Gegen 14.15 Uhr waren der Infostand und die Protestaktion beendet.

Gruppe stand im Visier von AfD-Kritik

Die Gruppe "Antifa Altona Ost" hatte in den vergangenen Monaten wegen ihrer angeblichen Umtriebe an der Ida-Ehre-Schule im Bezirk Eimsbüttel für Aufregung gesorgt. Bei einem stark umstrittenen Meldeportal der AfD für politisch neutrale Schulen waren Bilder und Hinweise eingangen, die Plakate und Sticker der Gruppe in den Gebäuden der Schule zeigten. Die Schulbehörde griff ein und ließ Aufkleber in der Schule entfernen.

In der Folge gab es eine kontroverse Diskussion um die angebliche Aktivität der Antifa-Gruppe – und unter anderem eine offenbar rechtsextremistisch motivierte Bombendrohung gegen die Ida-Ehre-Schule.

Die Gruppe "Antifa Altona Ost" wird wegen linksextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet. Auf Bundesebene erwägt der Verfassungsschutz aktuell auch eine Beobachtung von Teilen der AfD.