Hamburg

Bekennerschreiben nach Anschlag auf Scholz' Haus aufgetaucht

Unbekannte haben Reifen vor dem Altonaer Wohnhaus von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) angezündet

Unbekannte haben Reifen vor dem Altonaer Wohnhaus von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) angezündet

Foto: TV News Kontor

Laut Verfasser soll die Tat als "Rauchwolke" Richtung Argentinien verstanden werden. Dort findet derzeit der G-20-Gipfel statt.

Hamburg. Ein Tag nach dem Anschlag auf das Altonaer Wohnhaus von Bundesfinanzminster Olaf Scholz (SPD) ist im Internet ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Ein Unbekannter hat es auf der Seite des globalisierungskritischen Medien-Netzwerkes Indymedia veröffentlicht. Der Anschlag solle demnach als "Rauchzeichen" in Richtung Buenos Aires verstanden werden. In der argentinischen Hauptstadt findet derzeit das G-20-Treffen statt.

Der Verfasser mutmaßt in dem Bekennerschreiben, dass Scholz, "Wegbereiter (...) der Agenda 2010 und (...) Taktgeber des sozialen Angriffs der vergangenen Jahrzehnte", den Gipfel nutzen werde, um den Gastgebern Ratschläge zu geben, "wie die augenblickliche Krise auf Kosten der Arbeitenden gelöst werden kann".

Kritik an Innensenator Andy Grote

Weiter kritisiert der Verfasser, dass der Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD), der auch beim G-20-Gipfel in Hamburg im vergangenen Jahr schon im Amt war, im Oktober in Buenos Aires gewesen sei, und den Rat gegeben habe "die Kameraüberwachung auszubauen und (...) eine Öffentlichkeitsfahndung wie wie hier in Hamburg vorzubereiten".

Die Polizei teilte mit, man habe das Schreiben zur Kenntnis genommen. Der Staatsschutz ermittle wegen einer politisch motivierten Straftat.

Der Anschlag auf das Wohnhaus des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters wurde in der Nacht zu Freitag von mehreren Tätern verübt. Scholz war zu dem Zeitpunkt nicht in der Stadt.