Immobiliendeal

Altona: Umstrittener Zeise-Bau schon wieder weiterverkauft

Visualisierung Zeisestudios Atrium der Zeise Studios

Visualisierung Zeisestudios Atrium der Zeise Studios

Foto: moka/Architekturbüro Störmer Murphy and Partners

Gegen das Bürogebäude gab es sogar ein Bürgerbegehren. Noch bevor die neuen Mieter eingezogen sind, gehört es nun einer Versicherung.

Hamburg. Der neue Bürokomplex auf dem ehemaligen Parkplatz des Zeisekinos in Ottensen gehört zu einem der umstrittensten Neubauprojekte der Stadt. Doch schon bevor der Werbekonzern WPP mit rund 850 Mitarbeitern in die "Zeise-Studios" im Frühsommer voraussichtlich einziehen wird, haben ihn die Investoren jetzt schon wieder an den Versicherungskonzern Axa weiterverkauft. Das bestätigte Procom-Invest Geschäftsführer Dennis Barth dem Abendblatt. Die Stadt sei über den Verkauf informiert, so Barth.

Procom-Invest und das ebenfalls in Hamburg ansässige Immobilienunternehmen Quantum hatten das Areal 2014 von der Stadt gekauft. Die beiden Projektentwickler hatten dazu mit WPP einen langjährigen Mietvertrag ausgehandelt. In Ottensen will WPP mehrere seiner Hamburger Standorte konzentrieren, was von der Stadt unterstützt und als Wirtschaftsförderung auch gewollt wird.

Weil es aber zuvor Pläne gegeben hatte, auf dem Grundstück Wohnungen zu bauen, formierte sich bald heftiger Protest und ein Bürgerbegehren, das aber nicht ausrichten konnte, weil sich Stadt und Planer auf den gültigen Bebauungsplan beriefen. Man brauche Wohnungen, keine Werber, so wurde seinerzeit von Gegnern argumentiert und die Befürchtung geäußert, dass ein solcher Bürokomplex die Preise in Ottensen weiter noch oben treiben könnte. Und auch jetzt spricht die Initiative "Pro Wohnen Ottensen" von einem "skandalösem Immobiliendeal", der den ohnehin "überhitzten" Immobilienmarkt in Ottensen weiter anfachen würde.

Weniger kritisch sehen den Handel indes Teile der Bezirkspolitik, die den Bau ebenfalls unterstützt hatten. Ein solcher Verkauf sei bei Projektentwicklern üblich und erwartbar gewesen, sagt etwa der SPD-Bauexperte Gregor Werner. Wichtig sei vielmehr, dass es bei der Nutzung bleibe.

Gelohnt haben dürfte sich die Arbeit der beiden Unternehmen aber schon ganz gut. Beim Richtfest war noch die Rede von 70 Millionen Euro, die man in das Projekt investiert habe. Jetzt soll der Verkaufspreis bei rund 79 Millionen Euro gelegen haben.