Fernbahnhof

Hamburg plant zwei Türme für den neuen Bahnhof Altona

Auf dem Areal am S-Bahnhof Diebsteich entsteht der Fernbahnhof

Auf dem Areal am S-Bahnhof Diebsteich entsteht der Fernbahnhof

Foto: Roland Magunia

Die Stadt will an der heutigen S-Bahn-Haltestelle Diebsteich Hochhäuser mit bis zu 20 Etagen, einem Hotel, Büros und Läden errichten.

Hamburg. Die Pläne für Hamburgs neuen Fernbahnhof Altona werden konkreter. Die Stadt will an der heutigen S-Bahn-Haltestelle Diebsteich zwei Hochhäuser mit bis zu 20 Etagen, einem Hotel, Büros und Läden errichten. Geplante Eröffnung: 2024.

Ein Investor, der auch die Empfangshalle des Bahnhofs bauen muss, ist bereits per europaweiter Ausschreibung gesucht worden. Bis zur Annahmefrist vor wenigen Tagen haben sich nach Informationen des Abendblatts viele Projektentwickler gemeldet. Wer den Zuschlag erhält, entscheidet sich im August. Auf der 5400 Qua­dratmeter großen Fläche sind neben den Bahnsteigen zwei unterschiedlich hohe Türme geplant: Das Reisezentrum der Deutschen Bahn soll im Erdgeschoss des bis zu 14-geschossigen „Hochhauses Nord“ untergebracht werden und von der Empfangshalle erreichbar sein. Das südliche Hochhaus soll bis zu 20 Etagen haben (Erdgeschoss plus 19 Stockwerke). Darunter ist eine Tiefgarage mit 250 Plätzen geplant.

Interessenten dürfte es viele geben

In den Gebäuden dürfen wegen des Lärms durch den Bahnverkehr keine Wohnungen entstehen, aber beispielsweise ein Kongresshotel mit Hunderten Zimmern. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie hatte ergeben, dass Hamburg dafür Bedarf habe. „Es wäre eine interessante Option, wenn eines der geplanten Gebäude am neuen Fernbahnhof Altona, durch ein Hotel mit Tagungszentrum genutzt werden würde“, sagt Andreas Rieckhof (SPD), Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

Interessenten dürfte es viele geben: „Hamburg ist für uns ein hoch­attraktiver Standort, um ein Kongresshotel zu eröffnen. Die Lage direkt neben einem Fernbahnhof wäre ideal“, sagte Gerd Prochaska, Geschäftsführer der Hotelkette Maritim. Der SPD-Stadtentwicklungsexperte Dirk Kienscherf sagt: „Durch die beiden Hochhäuser kann man auch städtebaulich einen weit wahrnehmbaren Hinweisgeber auf den neuen Bahnhof schaffen.“ Es komme darauf an, die Idee mit einer attraktiven Architektur zu verbinden.

Kritik kommt von der FDP

„Die Entwicklung der Flächen am neuen Fernbahnhof Altona ist von großer städtebaulicher Bedeutung. Deshalb ist es schade, dass der Senat hier so auf das Tempo drückt und den zweiten vor dem ersten Schritt macht“, sagte FDP-Stadtentwicklungsexperte Jens Meyer. Es hätte zunächst einen städtebaulichen Wettbewerb geben müssen, bevor sich die Stadt auf die Suche nach einem Investor begibt.

Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter sagte zu der Planung: „Uns kommt es auf ein sichtbares Bahnhofsensemble als Auftakt für eine zukunftsorientierte Entwicklung rund um den Diebsteich an.“

Der bisherige Fernbahnhof Altona am Paul-Nevermann-Platz soll ab 2024 eine reine S-Bahn-Haltestelle sein. Die überirdischen Gleise sollen Tausenden Wohnungen weichen.

Oberbaudirektor Walter will „sichtbares Bahnhofsensemble“