Szene-Lokal

Heinz Strunk geht unter die Gastronomen

Der Hamburger
Autor Heinz
Strunk (l.) verspricht
„nie mehr kalte
Suppe, dafür
immer Tumulte“. Der Dokumentarfilmer
und Ex-Terrorist
Karl-Heinz
Dellwo betreibt
nun die Cantina
Popular

Der Hamburger Autor Heinz Strunk (l.) verspricht „nie mehr kalte Suppe, dafür immer Tumulte“. Der Dokumentarfilmer und Ex-Terrorist Karl-Heinz Dellwo betreibt nun die Cantina Popular

Foto: dpa; Montage: HA

Am Schulterblatt bietet neues Szene-Lokal Cantina Popular lateinamerikanische Küche. Das Zauberwort heißt „Tapaspower".

Hamburg.  Das kann man wohl eine gelungene Resozialisierung nennen. Karl-Heinz Dellwo, einst RAF-Terrorist, heute Verleger und Dokumentarfilmer, betreibt seit Freitag nun auch noch ein Restaurant im Schanzenviertel. Die Cantina Popular bietet laut Betreiber lateinamerikanische Küche mit einem „Querschnitt durch die Rezepturen und Gerichte von Mexiko bis Patagonien“.

Mit an Bord sind Freunde Dellwos: Maria Endrich und Alvaro Otey (bekannt aus der Bar Golem und dem Bis­tro Carmagnole) sowie der Hamburger Kultautor Heinz Strunk (Studio Braun). Es sei eine „schnell entstandene Idee aus der zweiten Hälfte 2016, um das kulinarische Niemandsland Schulterblatt“ zu beackern. Ganz wörtlich gemeint: Schon bald will man einen restauranteigenen Acker bewirtschaften, um Kartoffel- und Chili-Sorten zu ernten, die in Deutschland noch unbekannt sind.

Nie für möglich gehaltene Vielfalt

Heinz Strunk, der zuletzt für seinen Roman „Der goldene Handschuh“ mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, und den Dellwo für „sein Schreiben über das Elend in der Welt und traurig zerstörte Menschen“ sehr schätzt, hat eine Vorankündigung in seiner ganz eigenen Art verfasst. Das Cantina-Zauberwort heiße „Tapaspower". Kleine Portionen, unendliche, nie für möglich gehaltene Vielfalt.

Essen statt stopfen, speisen statt schaufeln, in Schönschrift formuliert: Rast, keine Mast.“ Konkret wird die kleine, wechselnde Speisekarte der Cantina Popular Ceviche (roher Fisch, in Limettensaft mariniert), Meeresfrüchte, gegrillte Ochsenherzspieße, geschmorte Rippchen, Quinoa und Chili in vielen Variationen sowie selbst gemachte Saucen zeigen. Auch die gerade in der Gastro-Szene sehr beliebten japanisch-peruanischen Nikkei-Gerichte will das selbst gekürte Szene-Lokal servieren.

„Nie mehr Brot vom Vortag"

Strunk verspricht: „,Nie mehr Brot vom Vortag, nie mehr kalte Suppe, nie wieder Anglerschnitzel, nie wieder küssen mit dem Mund voller Kartoffelsalat. Für immer Tumulte. Die Cantina holt dich da ab, wo du schon immer hinwolltest.“

Cantina Popular, Schulterblatt 16,
Tel. 040/65 06 52 55
Montag bis Donnerstag von 17 bis 22.30 Uhr,
Freitag und Sonnabend von 17 bis 23.30 Uhr.