Flüchtlinge

Verdacht des sexuellen Missbrauchs in Erstaufnahme

Die Flüchtlimgsunterkunft am Albert-Einstein-Ring

Die Flüchtlimgsunterkunft am Albert-Einstein-Ring

Foto: Andreas Laible / HA

Die Tat soll sich am Dienstag in der Unterkunft in Bahrenfeld ereignet haben und das mögliche Opfer sieben Jahre alt sein.

Hamburg. In der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) für Flüchtlinge am Albert-Einstein-Ring ist möglicherweise ein Junge missbraucht worden. „Es wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um den Verdacht eines sexuellen Missbrauches oder schweren sexuellen Missbrauchs zu prüfen“, sagte Nana Frombach, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Tat soll sich am Dienstag in der Unterkunft in Bahrenfeld ereignet haben und das mögliche Opfer sieben Jahre alt sein.

Bei einem folgenden Polizeinsatz wurden am Dienstagabend fünf Beschuldigte aus dem arabischen Raum vorläufig festgenommen. „Ein Tatverdacht gegen die Personen ließ sich jedoch nicht erhärten“, sagte Frombach. Die Männer wurden innerhalb von 24 Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen alle fünf Verdächtigen werde jedoch weiterhin ermittelt, hieß es.

Wie es aus dem Umfeld der Unterkunft heißt, sagte der Junge gegenüber Mitarbeitern und Polizisten aus, dass es einen Übergriff gegeben habe. Die Leitung erstatte demnach Anzeige. Das Kind wurde im Anschluss medizinisch untersucht, zu den Ergebnissen wollte sich die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht äußern. Nach Abendblatt-Informationen gibt es jedoch bislang keine eindeutige Spurenlage, nach den zweifelsfrei ein sexueller Missbrauch stattgefunden hat. „Es ist noch vieles nebulös“, heißt es aus dem Umfeld der Ermittlungen.

In dem Bürogebäude am Albert-Einstein-Ring sind derzeit etwa 500 Flüchtlinge untergebracht, darunter sehr viele Familien mit Kindern. Nach Berichten über Zweckbeziehungen und Übergriffen war die Unterkunft im Herbst zunächst vor allem für Frauen, Kinder und Kranke eröffnet worden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) übernahm den Betrieb der Unterkunft. Zuletzt waren in der Unterkunft auch emutmaßliche Übergriffe auf Bewohner zur Anzeige gebracht worden.

In jüngster Zeit häufen sich die mutmaßlichen Übergriffe auf Kinder in Hamburger Flüchtlingsunterkünften massiv. So wurden laut der Senatsantwort zwischen November bereits fünf Strafanzeigen wegen mutmaßlicher Missbrauchsfälle gestellt. Allein im Februar kam es nach Abendblatt-Informationen zu drei mutmaßlichen sexuellen Übergriffen auf Kinder in Zentralen Erstaufnahmen.