Ottensen

Zeise-Parkplatz: Baugenehmigung löst neuen Ärger aus

So soll der geplante
Bürobau an der
Ecke Friedensallee/
Behringstraße
aussehen

So soll der geplante Bürobau an der Ecke Friedensallee/ Behringstraße aussehen

Foto: Quantum Immobilien AG

Keine Ende im Rechtsstreit um Bebauung. Bezirksamt gab falsche Zahlen zu. Bürgerinitiative geht offenbar das Geld aus.

Ottensen. Trick, Täuschung oder Versehen? Im Streit um die Bebauung des früheren Parkplatzes des Zeise-Kinos in Ottensen wirft eine Unstimmigkeit bei der Erteilung der Baugenehmigung durch das Bezirksamt Altona jetzt neue Fragen auf. Zur Erinnerung: Noch bevor ein letztlich erfolgreicher Bürgerentscheid gegen den Bau eines großen Bürokomplexes auf dem Areal entschieden war, hatte das Amt den Bau genehmigt. Die Genehmigung entspreche dem gültigen Bebauungsplan, sie sei eingehend geprüft worden und könne deshalb nicht verweigert werden, so lautete damals das Argument der Behörden. Der Bürgerentscheid hatte sich damit faktisch erübrigt

Die Initiative klagte daraufhin, konnte aber auch mit einem Eilantrag jetzt keinen vorläufigen Baustopp erreichen. Gleichwohl ist der Rechtsstreit damit noch nicht zu Ende. Der Anwalt der Initiative hat jetzt beantragt, dass das Amt die anstehenden Gerichtskosten – nach Schätzung immerhin deutlich mehr als 10.000 Euro – zu tragen habe. Und da beruft er sich eben auf eine tatsächliche Unstimmigkeit bei der Baugenehmigung, die das Bezirksamt vor Gericht eingeräumt habe.

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Bezirkssprecher Martin Roehl wollte sich dazu ausdrücklich noch nicht äußern. „Wir warten jetzt erst einmal ab, wie das Gericht entscheidet“, sagte er auf Anfrage des Abendblatts. Dem Vernehmen nach hat diese Unstimmigkeit aber tatsächlich existiert: So gab es nach Abendblatt-Information zunächst eine Art Auflistung der geplanten Geschossflächen als Genehmigungsantrag. Die darin aufgeführte Quadratmeterzahl entsprach dann auch den Vorgaben des Bebauungsplans. So weit so gut. Doch in der eigentlichen Bauzeichnung waren dann ganz andere Maße für die geplanten Geschossflächen aufgeführt, die über die Grenzen des Bebauungsplans hinausgehen. Gleichwohl hatte das Bezirksamt die Genehmigung nicht noch einmal zurückgezogen, sondern lediglich geänderte Bauvorlagen angefordert.

Offen ist unterdessen, ob die Initiative den Rechtsstreit auch über die Kostenfrage hinaus weiter ausfechten wird. Mittlerweile geht ihnen offenbar das Geld aus, das durch Spenden zusammengekommen war. „Die finanziellen Mittel unserer Bürgerinitiative reichen nicht aus, um die Rechtsverletzungen des Bezirksamtes weiter vor Gericht zu verfolgen“, sagte Initiativen-Sprecherin Regine Christiansen.