Altona

Wohnungen in Ottensen seit drei Tagen ohne Wasser

Notversorgung mit Trinkwasser in der Tönsfeldtstraße in Otttensen

Notversorgung mit Trinkwasser in der Tönsfeldtstraße in Otttensen

Foto: Drechsler

Empörung über die Hausverwaltung. Wegen eines Rohrbruchs sind Dutzende Ottenser ohne Wasser. Waschen und kochen – ein Abenteuer.

Altona. Drei Tage ohne Wasser – das geht mal im Abenteuer-Urlaub, wenn man ausreichend Getränke dabei hat. Aber drei Tage ohne Wasser als Rentnerin in einer der reichsten Städte Europas – das ist schon eine Zumutung. Und deshalb ist Almut Block, 77, sauer. Die Ottenserin wartet seit Freitagmorgen, 7.20 Uhr darauf, sich richtig waschen zu können, mal nicht außer Haus auf die Toilette gehen zu müssen. Almut Block und ihr Mann sind wie Dutzende Bewohner von 32 Wohnungen Opfer eines Wasserrohrbruchs in der Tönsfeldtstraße. Doch nicht das geplatzte Rohr ist die Katastrophe, sondern der Umgang damit.

„Der Keller stand hoch mit Wasser“, sagt Block, „die Hausverwaltung Gagfah hat seit Freitag nichts unternommen. Nur aus Kulanz hat Hamburg Wasser hier einen Behälter mit 2000 Litern hingestellt, aus dem sich die Anwohner versorgen.“

Trinkwasser, Spülwasser, Wasser zum Kochen. Was die Blocks brauchen, schleppen sie in Eimern von der Straße in die Wohnung. „Unser Vorrat in der Badewanne ist gleich aufgebraucht, ich brauche schnell Nachschub“, so Block. Am Dienstag hat sei einen Arzttermin, davor würde sie gerne duschen.

Vor dem Wasserbehälter kommt es zu sehr speziellen Szenen. Natürlich kann man das kostbare Nass nicht auf der Straße rationieren. Deshalb nimmt jeder so viel, wie er tragen kann. Dadurch leert sich aber auch der Behälter schnell. Am Montag hat der Hausverwalter offenbar jemanden geschickt, der den Wasserrohrbruch reparieren soll. Ein Bagger steht im Vorgarten. Resultat bis Montagnachmittag: keins. (ryb)