Linie 73

Neue Hadag-Fähre an den Landungsbrücken getauft

Die „Reiherstieg“ wurde am Freitag getauft. Der Name des Schiffs deutet dabei schon auf den hauptsächlichen Einsatzort hin. Hadag registriert stetig anwachsende Passagierzahlen.

Hamburg. Angesichts steigender Passagierzahlen hat jetzt der städtische Fährbetrieb Hadag ein neues Schiff in Dienst gestellt. Die „Reiherstieg“ wurde am Freitag an den Landungsbrücken von der Geschäftsführerin der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement (HGV), Petra Bödeker-Schoemann, getauft.

Der Name des Schiffs deutet dabei schon auf den hauptsächlichen Einsatzort hin. Der Reiherstieg ist ein Nebenarm der Elbe, der bis Wilhelmsburg reicht, wo es auch ein Stadtviertel dieses Namens gibt. Die „Reiherstieg“ wird daher vor allem auf der neuen Linie73 eingesetzt, die von den Landungsbrücken bis zur Ernst-August-Schleuse auf der Elbinsel reicht. Die neue Fähre mit Platz für 160 Personen ist dabei das dritte Flachschiff der Hadag – weil die Fähren auf dieser Linie unter Brücken hindurchpassen müssen. Erst im Dezember 2012 war die Linie neu aufgenommen worden, 2013 registrierte die Hadag dort bereits 270.000 Passagiere, im ersten Halbjahr dieses Jahr schon 137.000. Offensichtlich nutzen viele Berufspendler die Verbindung über die Elbe und nehmen dabei ihr Rad zur Weiterfahrt mit. „Es gibt da eine steigende Nachfrage“, sagt Hadag-Chefin Gabriele Müller-Remer. Der rund zwei Millionen teure Neubau erhielt daher auch mehr Abstellplatz für Fahrräder als die anderen Flachschiffe

Insgesamt verfügt das zur Hochbahn gehörende Unternehmen derzeit über 24 Schiffe. Davon 13 größere Doppelstockfähren, die vor allem auf der viel frequentierten Linie zwischen Landungsbrücken und Finkenwerder im Einsatz sind.

Insgesamt registriert die Hadag seit etwa 20 Jahren wieder auf all ihren Linien stetig anwachsende Passagierzahlen. Noch 1997 beförderten die städtischen Hafenfähren 2,2 Millionen Fahrgäste im Jahr. Im vergangenen Jahr war die Zahl auf mehr als acht Millionen gestiegen. Und auch für dieses Jahr deutet sich ein neuer Rekord an: Im ersten Halbjahr beförderte die Hadag 4,4 Millionen Fahrgäste. Einen weiteren Zuwachs der Passagierzahlen erwartet Müller-Remer zudem mit der Bebauung des Baakenhafens in der HafenCity, wo derzeit rund 2000 neue Wohnungen in Planung sind. Die bisher an der Elbphilharmonie endende Linie 72 soll daher später verlängert werden, ein 25. Schiff ist dazu bereits in der Überlegung. Allerdings: Diesen Zahlen war in den Jahrzehnten zuvor auch ein Niedergang vorausgegangen: Ihre Jahreshöchstleistung hatte die Hadag in den 1950er-Jahren mit rund 20 Millionen Passagieren.