Elbvororte

Ärger um marodes Gelände an Blankeneser Bahnhofstraße

In Blankenese gibt es Ärger um ein Baugrundstück: Seit Jahren wuchert dort das Unkraut, der Eigentümer macht nichts. Geschäftsleute und Bürgerverein üben massive Kritik daran, dass nichts geschieht. Es sei ein „Schandfleck“, so der Bürgerverein.

Hamburg. Es ist der Gesprächsstoff im „Dorf“, wie der Ortskern von Blankenese auch genannt wird. Die Rede ist von dem brach liegenden„Dauer-Baugrundstück“ in der Blankeneser Bahnhofstraße, Ecke Hoher Weg. Der Unmut wächst unter den Bürgern. Der Grund: Vor gut vier Jahren, stand dort ein ansehnliches Gebäude, in dem ein Feinkostmarkt untergebracht war. Nun ist dort eine unansehnliche, herunter gekommene Baufläche, auf der Unkraut wuchert. An der einen Seite: eine schäbige Hauswand, die mit Farbe beschmiert ist. Neben dem verwahrlosten Baugrundstück ist ein alteingesessenes Elektrogeschäft, um die Ecke das bekannte Blankeneser Kino. Seit Jahren geschieht dort nichts.

„Es ist ein furchtbarer Zustand, der einige umliegende Geschäftsleute sehr ärgert, es ist längst ein großes Gesprächsthema in Blankenese“, sagt Gunnar Latzen, Uhrmacher und Juwelier, der schräg gegenüber sein Geschäft hat. „Es wäre wichtig, dass sich dort bald etwas tut.“ Auch Marc Böhle von der neu gegründeten Blankeneser Interessengemeinschaft, spricht deutliche Worte. „Es ist nicht schön anzusehen und beeinträchtigt das Gesamterscheinungsbild des Einkaufsviertels erheblich.“ Ein „Schandfleck, der Eigentümer hat auch eine Verantwortung, sein Eigentum zu erhalten“, sagt Helmut Wichmann, Stellvertretender Vorsitzender des Blankeneser Bürgervereins. Passanten bleiben schon mal kopfschüttelnd stehen. So wie Gina, 41, aus Argentinien. Sie arbeitet in Blankenese. „Der Platz ist so hässlich, passt nicht zu den sonst schönen Häusern und Straßen in Blankenese“, sagt sie.

Der Eigentümer des betreffenden Baugrundstücks ist ein alteingesessener Blankeneser, dem mehrere Areale in Blankenese gehören, er nimmt im Gespräch mit dem Abendblatt dazu Stellung. „Leider ist es mir momentan aus familiären Gründen nicht möglich, dort einen Neubau zu errichten. Es gibt aber nach wie vor die Absicht, dort neu zu bauen“, sagt er. Es habe einen genehmigten Bauantrag für das Grundstück gegeben, aber der sei nun abgelaufen. Einst hatte die Kette Spar in dem Gebäude ein Feinkostgeschäft und illustre Blankeneser Kunden. Doch als der Pachtvertrag auslief, begann das Problem. Der Handelskonzern Edeka hatte die Hamburger Spar AG gekauft, behielt das Geschäft in den freigewordenen Räumen aber nicht. Um den Leerstand mit noch mehr Schmierereien an den Wänden zu vermeiden, so sagt jedenfalls der Eigentümer, habe er das Haus abreißen lassen. Warum er dort über Jahre bis heute nichts wieder aufbaute? Natürlich habe er kein Interesse, dort ein Filetgrundstück unbebaut zu lassen, verteidigt sich der Eigentümer. „Es ist wirtschaftlich unklug, dort nichts zu bauen.“

Doch, wann, er dort etwas bauen will, vermag er nicht zu sagen. Solange wuchert dort weiter das Unkraut. Geschäftsmann Gunnar Latzen hat zwar Verständnis für familiäre Gründe, sagt aber: „Trotzdem ist das nicht zumutbar. Man könnte einen schöneren Bauzaun aufstellen, den evtl. mit Bildern verschönern.“ Der Eigentümer: „Man könnte darüber nachdenken, den Bauzaun etwa für Werbung zu nutzen“, aber man müsse dann sicherstellen, dass diese nicht wegwehe. Und: Er habe auch überlegt, dort kurzfristig Parkplätze zu errichten. „Aber aufgrund der Bauplatzbeschaffenheit ist die Nutzung dort für Stellplätze nicht möglich.“