Goethe-Gymnasium

Luruper Schüler singen in der Carnegie Hall

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Geneviève Wood

Der Große Chor des Goethe-Gymnasiums ist von einem Konzertveranstalter nach New York eingeladen. Noch fehlt für das Projekt das Reisegeld.

Hamburg. Ein Schülerchor aus Lurup, der in der weltberühmten New Yorker Carnegie Hall auftreten soll? Dort, wo Werke von George Gershwin oder Béla Bartók Weltpremiere feierten? Das wäre ein schöner Anblick, der wahr werden kann. Denn ein New Yorker Konzertveranstalter hat den Großen Chor des Goethe-Gymnasiums eingeladen, im Januar kommenden Jahres gemeinsam mit Chören und Ensembles aus der ganzen Welt ein neues Werk des walisischen Komponisten Karl Jenkins in der Carnegie Hall uraufzuführen. Allerdings haben die Luruper Schüler, die nicht unbedingt aus vermögenden Familien kommen, ein großes Problem: Noch haben sie die Reisekosten nicht zusammen. Es fehlen 30.000 Euro.

Der Große Chor mit seinen 102 Sängern hat die New Yorker ziemlich beeindruckt. Distinguished Concerts International New York, kurz DCINY, ist eine Organisation, die Chor- und Orchesterkonzerte in den wichtigsten Konzerthäusern der Vereinigten Staaten veranstaltet, etwa in der Carnegie Hall oder im Lincoln Center in New York. DCINY hatte Hörproben der Luruper auf deren Musik-Homepage gehört, und die Mitarbeiter waren davon so angetan, dass sie den Chor prompt eingeladen haben. Der Konzertveranstalter arbeitet regelmäßig mit zeitgenössischen Komponisten wie Jenkins oder Eric Whitacre zusammen. Kevin Taylor von DCINY sagt: „Es ist meine Aufgabe als Programmkoordinator, einige der weltbesten Amateur- und Schülerchöre zu erkennen und sie an unserem Projekt teilhaben zu lassen.“

Der Große Chor des Goethe-Gymnasiums gehört also zu den weltbesten Schülerchören. Dabei sei ihr Chor keine elitäre Veranstaltung, das ist Chorleiterin Astrid Demattia wichtig. „Bei uns können alle mitmachen, niemand wird aussortiert.“ Das bedeutet nicht, dass sie keine hohen Ansprüche stellt, man muss sich als Chormitglied bei ihr schon Mühe geben. Und auch auf das soziale Miteinander legt sie Wert. Wenn jemand mal nicht den richtigen Ton trifft, dann wird daran gemeinsam gearbeitet. Seit 1985 schon gibt es den gemischten Chor, der sich aus Schülern der Klassen 7 bis 12 zusammensetzt. Zu seinem Repertoire gehören klassische Werke wie das Magnificat D 486 und die Missa in G D 167 von Schubert oder auch die Messe „The Armed Man“ von Karl Jenkins. Seit sechs Jahren gastieren der Chor und das Orchester an einem der Adventssonntage im Michel. Der zweite Schwerpunkt der Arbeit ist eine Chor-Revue mit Solostücken aus Rock- und Popmusik und Jazz.

Natürlich fühlen sich Astrid Demattia und Schulleiter Egon Tegge sehr geehrt, in New York auftreten zu dürfen, und sie würden gern an der fünftägigen Reise teilnehmen, doch noch fehlt das Geld. Das Goethe-Gymnasium ist eben keine elitäre Schule. „Wir können keinen Sektempfang geben und dann eine Million Euro an Spenden einnehmen“, sagt Frau Demattia. Die Elternschaft sei nicht in der Lage, für alle Unkosten aufzukommen. Für jeden der 60 teilnehmenden Schüler werden etwa 1000 Euro benötigt, 30.000 Euro hat die Schule bereits sammeln können, der Rest muss über weitere Spenden finanziert werden. Sonst droht die New-York-Reise und der Auftritt in der Carnegie Hall für alle zu platzen.

Wer bis zum 11. April spenden möchte, kann sich an Schulleiter Egon Tegge wenden, Tel. 6090260 oder per Mail an tegge@goethe-hamburg.de

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