HafenCity

Wohnungsbau am Baakenhöft – das neue Ziel im Hafen

Im Baakenhafen in der HafenCity beginnt jetzt die Grundstücksvergabe für den östlichen Teil des Stadtviertel, aber nicht nur das: An der Spitze entsteht aktuell ein Kultur-Hotspot.

HafenCity. Ein grüner, etwas verwitterter Schriftzug an der Fassade erinnert noch an die alte Funktion der Halle: „Buss afrika terminal“ steht auf dem grauen Flachbau ganz vorne am alten Baakenhafen, am sogenannten Baakenhöft. Hier an der Spitze der lang gezogenen Halbinsel in der Norderelbe ist der frühere, 1969 gebaute Schuppen 29 das letzte Relikt des alten Hafens, dahinter fällt der Blick schon auf eine mit Sandhügeln aufgewühlte Fläche. Dort wird in den kommenden Jahren mit dem Baakenhafen-Quartier der östliche Teil der HafenCity gebaut. Aber schon jetzt ist der Baakenhöft auf dem Weg zu einem neuen kulturellen Publikumsmagneten für Hamburg.

Seit Spätsommer liegt dort bereits das Rostocker Kulturschiff „Stubnitz“ am südlichen Kai; auf dem ehemaligen DDR-Kühlschiff finden regelmäßig Konzerte, Partys und andere Events statt. Allein zu den ersten 16 Veranstaltungen sind bis jetzt bereits 4600 Besucher gekommen, hieß es bei der städtischen HafenCity GmbH. Für den Liegeplatz am nördlichen Kai der Landzungenspitze Baakenhöft verhandelt die HafenCity GmbH derzeit mit den Machern eines zweiten Kulturschiffs mit Bühnen, das dort voraussichtlich im kommenden Jahr festmachen wird. Dabei handelt es sich um die 70 Meter lange Kastenschute „Praha“, die der Hamburger Unternehmer Frank Otto derzeit umbauen lässt.

Bis Ende März 2014 wird auch die seetüchtige, gut 80 Meter lange „Stubnitz“ am Baakenhafen bleiben und dort nach gelegentlichen Ausflügen in andere Küstenstädte immer wieder zurückkehren. So ist jedenfalls derzeit die Planung. Ideal sei der Standort, weil er genügend Abstand zu Wohnhäusern habe – aber nur drei Minuten Fußweg von der neuen U-4-Station Überseequartier entfernt liege, sagt „Stubnitz“-Geschäftsführer Urs Blaser. „Für uns ist das hier ein Ort mit sehr interessanter Perspektive.“ Pläne für ein zweites Veranstaltungsschiff stören ihn nicht. „Das wird für uns eine Bereicherung“, sagt der „Stubnitz“-Mann, dessen Schiffsprojekt gerade mit dem deutschen Spielstättenprogrammpreis Pop, Rock Jazz ausgezeichnet wurde.

Zumal die beiden Schiffe nicht die einzigen Anlaufpunkte für Besucher bleiben werden: Dritter Kultur- und Event-Ort soll am Baakenhöft der alte Afrika-Terminal-Schuppen werden, zumindest provisorisch für mindestens zehn Jahre. Derzeit untersuchen Fachleute die Bausubstanz, in Kürze soll ein „Interessenbekundungsverfahren“ starten. Das heißt: Man sucht nach einem Betreiber für die immerhin 8000 Quadratmeter große Halle, die gut doppelt so groß wie die Fischauktionshalle ist. Vorgesehen sei eine Mischung aus Kultur, Events und Gastronomie, auch Theater sei vorstellbar, sagt HafenCity-Chef Jürgen Bruns-Berentelg. Vor der Halle wäre zudem Platz für Beach-Clubs . „Ein toller Ort, um auf Hamburg zu schauen“, sagt Bruns-Berentelg.

Allerdings sollen in der Halle keine ganz großen Konzerte veranstaltet werden – eben weil dort demnächst auch eines der größten Neubaugebiete der Stadt heranwächst. Schwerpunkt wird dort das Wohnen, rund ein Drittel der knapp 300.000 Quadratmeter Geschossfläche wird in vier bis siebengeschossigen Gebäuden entstehen. Ein Drittel der geplanten 1800 Wohnungen sollen Sozialwohnungen werden, Baustart wird 2015 sein. Der Baakenhafen ist das vorletzte Quartier der HafenCity, weitere 1000 Wohnungen sind noch einmal im Elbbrückenquartier geplant.