Bauvorhaben

Bahrenfeld Nord: Anwohner befürchten mehr Verkehr

Rund 350 Menschen kamen zur Infoveranstaltung in der Stadtteilschule an der Regerstraße. Hauptkritik: Die geplante Verlängerung des Holstenkamps.

Hamburg. Infoveranstaltung in der Stadtteilschule Regerstraße: Erstmalig wurde der breiten Öffentlichkeit der Rahmenplan für das neue Bahrenfeld Nord vorgestellt. Rund 350 Interessierte waren gekommen, um sich über die mögliche Entwicklung des Gebietes zwischen Luruper Chaussee und Altonaer Volkspark, Schnackenburgallee und Trabrennbahn zu informieren. Im Zuge des geplanten A7-Deckels könnten hier auf einer Fläche von 130 Hektar neue Wohnquartiere mit rund 2000 Wohnungen entstehen, nach der HafenCity (159 Hektar) wäre das Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt, so die Veranstalter von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU).

+++1000 Wohnungen auf der Trabrennbahn+++

"Die Größenordnung der Pläne ist für mich ein ganz schöner Schock", sagt eine Anwohnerin in der anschließenden Fragestunde. Hauptkritik vieler Anwesender ist aber weniger der geplante Wohnungsbau, sondern die vorgestellten Überlegungen zur Verkehrslösung.
Das westliche Ende des Holstenkamps könnte demnach auf eine Breite von 28 Metern erweitert werden. 6,50 Meter davon wären für Kraftfahrzeuge und den öffentlichen Personennahverkehr vorgesehen, daneben sind breite Fuß- und Radwege geplant, gesäumt von Alleebäumen in Doppelreihe.

Statt allerdings wie bisher in einer Sackgasse zu enden, könnte der Holstenkamp zukünftig mit einer Kapazität von 15 000 PKW am Tag bis an den Schulgartenweg erschlossen und dann nach Süden abknickend dicht an den Knotenpunkt Luruper Chaussee und Notkestraße, den sogenannten Ebertplatz, herangeführt werden.
Während die Veranstalter die Allee vor allem als "Erschließungsstraße" für die zukünftigen neuen Wohngebiete sehen wollen, ist für die meisten anwesenden Saalgäste klar: Hier soll eine Entlastungsstraße für die angrenzenden Verkehrstrassen wie zum Beispiel die Bahrenfelder Chaussee geschaffen werden.

"Der A7-Deckel sollte die Verkehrsbelastung verhindern, und dafür bekommen wir durch die Verlängerung des Holstenkamps die nächste wieder hin", sagt ein Anwohner. Auch Bewohner der angrenzenden Ebertallee und Notkestraße befürchten durch diese Planung eine Zunahme des Verkehrs in ihren Wohngebieten. Die Versicherung des Verkehrsplaner der BSU, Harry Welschinger: "Sie haben keine spürbaren Mehrverkehre zu erwarten."

Vertrauen in die Planungen, das ist ein großes Thema auf dieser Veranstaltung, denn das scheint sich seitens der Bürger nicht so recht einzustellen zu wollen. Das mussten auch "Bürgerbeteiliger" Markus Birzer und Prof. Wolfgang Gessenharter nach einer ersten Anwohnerbefragung feststellen. "Das Vertrauen von Anwohnern, Kleingärtnern und Initiativen zu Politik und Verwaltung ist empfindlich gestört", erklärt Markus Birzer. Er und Wolfgang Gessenharter sollen den geplanten fortlaufenden Dialog mit den Anwohnern zukünftig begleiten. Das wird eine nicht ganz einfache Aufgabe.
Seitens der BSU bemüht man sich um eine frühe Verständigung. "Der Baubeginn könnte in etwa acht Jahren sein. Rein rechtlich müsste die Bürgerbeteiligung eigentlich erst in zwei Jahren beginnen, wir fangen aber jetzt schon damit an", erklärt Sprecherin Kerstin Graupner.

Der nächste Informationstermin für die Planung "Bahrenfeld Nord" ist Ende Mai. Dann werden die Entwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs für den A7-Deckel vorgestellt.