Elbchaussee

SPD und Grüne verhindern Abriss von Villa

Wertvolle Gebäude sollen nicht Neubauten weichen. "Gerade an der Elbchaussee sind schon zu viele Bausünden der Neuzeit entstanden."

Hamburg. Immer wieder werden alte prägende Villen an der Elbchaussee abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Doch damit soll jetzt an einem größeren Abschnitt Schluss sein. Im Hauptausschuss der Bezirksversammlung setzte die SPD/Grüne-Mehrheitskoalition in der Bezirksversammlung die Verabschiedung einer speziellen Erhaltungssatzung für das Gebäudeensemble an der Elbchaussee 81 bis 91 durch. Aus aktuellem Anlass sozusagen, weil es für eines der Häuser einen konkreten Abrissantrag gibt.

Wolfgang Kaeser, Mitglied der SPD-Fraktion Altona: "Wir haben diesen maßgeschneiderten Schutzparagrafen des Baugesetzbuches gewählt, um das wertvolle Gebäudeensemble in der Nähe des Donners Parks an der Elbchaussee vor weiteren Abrissideen zu schützen. Dies folgt unserer Grundidee, die wir seit 2002 verfolgen, nämlich weiteren 'Kaffeemühlen' an der Elbchaussee die Rote Karte zu zeigen."

Grundlage dafür sei eine städtebauliche Analyse samt Stadtbilduntersuchung, wobei Ensembles identifiziert worden seien, die sich durch eine einheitliche Entstehungszeit, ähnliche Bauformen und ein einheitliches Material der Fassade auszeichnen und deshalb besonders schutzwürdig seien. Darunter sei auch das Ensemble Elbchaussee 81 bis 91, für das zwischenzeitlich eine Bauvoranfrage vorliegen würde, die den Abbruch eines Gebäudes in diesem Ensemble vorsehe.

+++ In den Villenvierteln wächst der Unmut +++

+++ Im Zweifel erhalten +++

Deshalb sieht die Koalition aus SPD und Grünen dringenden Handlungsbedarf. "Wir wollen diesmal so rechtzeitig handeln, um nicht wieder von einem nicht mehr zu verhindernden Abriss überrascht zu werden. Mit diesem Vorstoß wollen wir einen erneuten Beitrag dazu leisten, die Freie und Hansestadt vom Vorwurf der Freien und Abrissstadt Hamburg zu befreien", so Wolfgang Kaeser.


Christian Trede, Sprecher für Stadtentwicklung der Grünen-Fraktion Altona, sagt: "Der Druck auf die Wohnungsbestände wächst stetig. Zunehmend sollen historisch und architektonisch wertvolle Gebäude weichen, um für renditeträchtigere Anlagen Platz zu machen. Dem müssen wir einen Riegel vorschieben. Gerade an der Elbchaussee sind schon zu viele Bausünden der Neuzeit entstanden. Mit dem Schutz dieses Backsteinensembles wollen wir uns dem entgegenstellen."