Festival-Tipp

Arabesques bringt ganz viel Frankreich nach Hamburg

Sängerin Caroline Lacaze tritt mit der Band Rendez-Vous am 15.2. in Elmshorn und am 26.2. im Levantehaus auf.

Sängerin Caroline Lacaze tritt mit der Band Rendez-Vous am 15.2. in Elmshorn und am 26.2. im Levantehaus auf.

Foto: Natia Shengelidze

In der großen Politik ist die deutsch-französische Freundschaft gegenwärtig mitunter ein zähes Ringen. Das Kulturfestival Arabesques behandelt die schönen, die musischen Seiten der historischen Verbundenheit beider Nachbarländer, die bis heute als Keimzelle Europas, als Friedengarant und zentrale Achse gilt. Im neunten Jahr bereits laden die beiden Leiter Barbara Barberon-Zimmermann und Nicolas Thiébaud zu einem vielfältigen Programm mit Theater- und Literaturveranstaltungen, Konzerten von Neuer Musik bis Neo-Chanson und Ausstellungen.

Das Motto ist diesmal der aktuellen Lage angemessen und stammt von Madame de Pompadour im Angesicht des Sieges Friedrichs II. über die französischen Truppen 1757: „Après moi le Déluge!? – Nach mir die Sintflut!?“. Und so begeben sich die Künstler auf eine vielfältige Spurensuche nach Freiheit, Demokratie, Vielfalt – und Natur. Zur Eröffnung an diesem Mittwoch (19 Uhr) gibt es in der Bucerius Law School im Helmut Schmidt Auditorium eine Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft Europa: Was wünscht sich die Jugend von der EU?“ (Anmeldung: http://buceri.us/zukunfteuropa)

Der Mätresse „Madame Dubarry“ am Hof Louis’ XV. widmete Regisseur Ernst Lubitsch 1919 den gleichnamigen Stummfilm. Er ist im Metropolis-Kino zu sehen, begleitet von der Pianistin Marie-Luise Bolte (10.2., 19 Uhr). Am 17.2. (20 Uhr) diskutieren Alain Crouzet und Felix Lund Fragen zum Stand der Aufklärung in der Mathilde Bar.

Auch die Elbphilharmonie ist ein Teil des Festivals. Im kleinen Saal wird das Ensemble arabesques mit Trompeter Matthias Höfs am 30.1., (19.30 Uhr). Werke von Claude Arrieu, Jean Francaix, Paul Hindemith und Felix Mendelssohn zu Gehör bringen. Die Ausbeutung des natürlichen Lebensraumes ist ein sehr gegenwärtiges Thema. In „70% Wasser“ behandelt das Ensemble IACT am 23.2. (10 Uhr) auf dem Theater Hoheluftschiff in der Regie Véronique Ellings die irritierte Beziehung des Menschen zum lebensnotwendigen Element.

Fragen von Solidarität und Exil kulminieren in einem feurigen Konzert aus Calypso, Gypsy, Soul und Punk mit Les Hurlements d’Léo aus Bordeaux auf der MS „Stubnitz“ (7.2., 20 Uhr). Ihr neues Album „Mondial Stéréo“ ist ein Appell an Zivilcourage und Mitmenschlichkeit.

Der Choreograf Ousmane Sy kommt ursprünglich vom Fußball und Straßentanz. In seiner Performance „Queen Blood“ findet sich zu einer House-Tonspur ein Frauenensemble zum ungewöhnlichen Corps de Ballet – vom 19. bis 21.2. (jeweils 20 Uhr) auf Kampnagel.

Und es gibt noch mehr Musik. Zum Beispiel spielt die Combo Passepartout aus Hannover auf der MS „Stubnitz“ deutsch-französischen Hip-Hop aus ihrem Album „Kiosque“ (13.2., 20 Uhr). Die französisch-deutsch-dänisch-israelische Band Rendez-Vous wird einen verführerischen Mix aus traditionellem und swingendem Chanson präsentieren . Zu hören am 15.2. (20 Uhr) im Kollegiensaal im Rathaus Elmshorn und am 26.2. (20 Uhr)im Club Die Insel Hamburg im Levantehaus. Es lebe die Freundschaft!

Arabesques. Das deutsch-französische Kulturfestival 2020 Mi 22.1. bis 27.2., diverse Orte, Karten zu 6 bis 42 Euro