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Theater-Sternstunden auf Englisch mit den University Players

In Alistair McDowalls Stück „X“ agieren die Schauspielerinnen und Schauspieler als Wissenschaftler und Astronauten.

In Alistair McDowalls Stück „X“ agieren die Schauspielerinnen und Schauspieler als Wissenschaftler und Astronauten.

Foto: University Players

Seit 1980 leben die jeweiligen Studierenden des Instituts für Anglistik und Amerikanistik ihre Leidenschaft für den Sprachraum ihrer Fachrichtung auch auf der Bühne aus. In Theater-Workshops und jährlichen Aufführungen der längst für Qualität bürgenden University Players. Das Science-Fiction-Genre ist seit Längerem ein Interesse der Theatergruppe. Vom 24. Januar an steht die neue Produktion „X“ nach Alistair McDowall in der Regie von Jasper Koch auf dem Spielplan – wie immer im Audimax.

Der Planet Erde ist darin vom Menschen endgültig verwüstet. Also suchen sie eine neue Heimat auf einem anderen Stern. Der Mars ist bereits fest in der Hand von blonden Amerikanern. Da bleibt den Menschen nur die Flucht auf den Pluto. Eine Gruppe Forscher, unter ihnen Astronauten, findet sich auf einer Raumstation auf dem Zwergplaneten wieder.

Doch auf einmal herrscht eine Ausnahmesituation. Die Ablösung kommt nicht und die Kommunikation bricht ab. Das Quartett ist ganz auf sich selbst zurückgeworfen. Eine Wissenschaftlerin hört merkwürdige Stimmen, ein blutrotes X taucht am Fenster auf, und die Uhrzeit gerät außer Rand und Band. Alle Gewissheiten verschwinden. Zuerst die Tageszeiten. Schließlich ist sogar die eigene Identität infrage gestellt.

Auch das konventionelle Erzählen und am Ende sogar die Sprache lösen sich nach und nach auf. „X“ ist damit ein radikales, zutiefst beunruhigendes, aber auch hochspannendes Stück, in dem sich philosophische Gedanken mit allerlei Verweisen auf die Klassiker des Genres kreuzen. Das große Spannungsmoment des Stückes ist das Warten einer abgeschotteten, auf sich gestellten Gemeinschaft. Und das hat dramaturgisch ja bekanntermaßen schon häufiger aufs Beste funktioniert. Heraus kommt eine subversive Science-Fiction-Geschichte, die sich jenseits gewohnter Bühnenerfahrungen bewegt.

Der Autor, der Brite Alistair McDowall, ist zwar erst 32 Jahre alt, hat aber bereits mehrere zum Teil sogar preisgekrönte Stücke veröffentlicht und sich damit den Ruf erworben, besonders einzigartige Welten zu kreieren. Es könnte eine Sternstunde der University Players werden. Obwohl sie eine Amateurgruppe ist, ist ihr Spiel von erstaunlicher Routine und hohem Engagement geprägt – auch ein Ergebnis der intensiven Workshop-Arbeit. Und natürlich ist die Aufführung ein besonderes Vergnügen für all jene, die Theaterstücke im englischsprachigen Original mögen.

„X“ 24./25. und 27.-30.1., 1./3. und 4./2., jeweils 19.30 Uhr, Audimax der Uni Hamburg (Bus 4, 5), Von-Melle-Park 4, Tickets zu 12, ermäßigt 6 Euro, im Unikontor, Allende-Platz 1; www.facebook.com/universityplayersHH