Klassik-Tipps

Frohlocket zu den Weihnachtsoratorien in den Kirchen!

Niendorf Kirche am Markt

Niendorf Kirche am Markt

Foto: Michael Rauhe

Kein Weihnachten ohne „Jauchzet, frohlocket“. In norddeutsch-protestantischen Häusern gehört Bachs Weihnachtsoratorium, dieser klingende Inbegriff eines Rituals, einfach dazu. Schon der Eingangschor des ersten Teils! Das Paukensolo gleich zu Beginn, die funkelnden Geigen-Girlanden, die Trompetenfanfaren: majestätischer geht es nicht. Hamburg nennt sich ja gerne die Welthauptstadt der Kirchenmusik, und wenn man sich die Zahl der Weihnachtsoratorien so ansieht, die in diesen Tagen im Stadtgebiet aufgeführt werden, dann hat das Attribut eine gewisse Berechtigung.

Schade, dass die Juwelen aus der 2. Hälfte selten erklingen

Viele Aufführungen sind bereits ausverkauft. Wie immer verkaufen sich die Konzerte, die „Weihnachtsoratorium 1 – 3“ überschrieben sind, wesentlich schneller. Was hat es mit den Ziffern eigentlich auf sich? Es gibt nicht nur „1 – 3“, wahlweise in römischen Ziffern, sondern auch „4 – 6“. Nun, jede der Ziffern steht für einen der sechs Teile, aus denen das Weihnachtsoratorium zusammengesetzt ist. Ursprünglich wurden diese über mehrere Tage verteilt zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar aufgeführt. Heutzutage gibt man sich gern die volle oder eben halbvolle Dröhnung. Schade nur, dass die Juwelen aus der zweiten Hälfte soviel seltener zu hören sind: die „Echo-Arie“ etwa, bei der sich Solosopran, Oboe und eine Choristin so herrlich im Raum inszenieren lassen. Oder das Terzett „Ach, wenn wird die Zeit erscheinen“ mit den Einwürfen „Schweigt!“ des Alt. Und natürlich der Schlusschor des sechsten Teils, ein wahres Trompetenkonzert und der festliche Ausklang des Werks. Im Michel, der sich ein ganzes, teilweise bereits ausverkauftes Wochenende mit dem Weihnachtsoratorium gönnt, kommt auch die zweite Hälfte zur Aufführung. Die Kantorei Niendorf (Foto) hat sich eine handverlesene Kombination ausgedacht und singt die Teile 1, 3, 4 und 6, außerdem gibt es am Sonntag eine Version für Kinder. Die Kantorei St. Georg wiederum verbindet das Bach’sche Weihnachtsoratorium mit dem von Saint-Saëns. Ja, auch das gibt es. Denn der sachte Hinweis sei erlaubt: Es gibt tatsächlich auch noch andere große Kirchenmusik als die von Johann Sebastian Bach.

Weihnachtsoratorium 1, 3, 4 und 6 Sa 14.12., So 15.12., jeweils 17.00, Kirche am Markt Niendorf, Karten zu 14,- bis 25,-; Bachs Weihnachtsoratorium für Kinder So 15.12., 15.00, Eintritt frei, Spende erwünscht; Kantorei St. Johannis: Weihnachtsoratorium 1–4, Sa 14.12., 18.00, St. Johannis Eppendorf, Karten zu 20,-, Kantorei St. Georg: Weihnachtsoratorien Sa 14.12., 19.30, St. Georgskirche, Karten zu 8,– bis 23,–; Chor St. Michaelis: Weihnachtsoratorium 1–3 Sa 21.12., 15.30, St. Michaelis, Restkarten zu 12; 20.30 Karten zu 12,- bis 17,-; Weihnachtsoratorium 4 – 6 Sa 21.12., 18.00, Karten zu 9- bis 38,- und So 22.12., 18.00 Karten zu 9,- bis 43,-