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Pee Wee Ellis und China Moses: Das beste „Last Christmas“

US-Sängerin China Moses, hier bei ihrem Auftritt beim Hamburger Elbjazz-Festival 2018

US-Sängerin China Moses, hier bei ihrem Auftritt beim Hamburger Elbjazz-Festival 2018

Foto: Malte Christians / dpa

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Weihnachtsmarkt-Besuchern, die sich die Ohren zuhalten, wenn sie Whams „Last Christmas“ hören. Zu abgenudelt ist die vor 35 Jahren erschienene Nummer inzwischen. Doch wenn man sich Pee Wee Ellis’ Version von seinem Album „The Spirit Of Christmas“ anhört, erstrahlt das Lied in neuem Glanz. Der Saxofonist und seine Band machen daraus eine betörend sanfte Ballade, die dem Text Rechnung trägt, denn es ist ein melancholisches Liebeslied und keine Partynummer, zu der man mit Weihnachtsmannmütze auf dem Kopf und Feuerzangenbowle in der Hand über den Rathausmarkt tanzt.

Ellis hat auf diesem Album, das er 2013 veröffentlicht hat, eine Reihe weiterer Weihnachtsklassiker interpretiert und als Jazz- und Soul-Nummer mit der dazugehörigen Portion Gospel arrangiert. „Stille Nacht“, mit deutschem Text, gehört genauso dazu wie „White Christmas“ oder „Rudolph The Red-Nosed Reindeer“. Auch die „Christmas Time in New Orleans“ wird als locker swingender Blues beschworen. Der Schlitten von Santa Claus dürfte in der Stadt am Mississippi eher von Alligatoren als von Rentieren gezogen werden, denn die Wintertemperaturen liegen im Süden der USA im Schnitt bei 20 Grad Celsius.

Seit Ellis seine Weihnachtsplatte veröffentlicht hat, geht er regelmäßig im Dezember auf „Christmas Tour“. In diesem Jahr wird er wieder von der Sängerin China Moses begleitet. Die Tochter der großen Dee Dee Bridgewater ist in die Fußstapfen ihrer berühmten Mutter getreten und hat sich in den vergangenen Jahren zu einer starken Soul- und Jazz-Sängerin entwickelt. Ihren Durchbruch feierte sie 2009 mit einem Tribute-Album an die Sängerin Dinah Washington, das sie zusammen mit dem französischen Pianisten Raphaël Lemonnier aufgenommen hat. Mit dem Waliser Ian Shaw gehört auch ein Sänger zu der Truppe, die am 10. Dezember in der Laeiszhalle gastiert.

Moses, 1978 in Los Angeles geboren, lebt inzwischen in Paris und auch Pee Wee Ellis hat sich vor einigen Jahren in Europa, in England niedergelassen. Der 78 Jahre alte Saxofonist war in den 60er-Jahren zusammen mit Maceo Parker und Fred Wesley entscheidend für den unvergleichlich mitreißenden Funk-Sound von James Brown verantwortlich. Dieses Trio wurde als JB Horns berühmt. Aber Ellis hat auch mit anderen Größen wie Van Morrison, Roberta Flack und George Benson zusammengearbeitet. Mit seinem sanften und geschmeidigen Ton gehört er zu den gefragten Session-Musikern. Doch immer hat der Veteran auch eigene Projekte am Start gehabt. Seine „Christmas Tour“ gehört wirklich zu den Schönsten.

Pee Wee Ellis, China Moses, Ian Shaw Di 10.12., 20.00, Laeiszhalle (U Messehallen), Johannes-Brahms-Platz, Karten ab 29,50; www.peewee-ellis.in