Karten sichern

Kulturelle Vielfalt beim „eigenarten“-Festival

Rising DanceCollective zeigt am 1.11. im MuT-Theater die Tanz-Performance „Control Is A State Of Chaos“.

Rising DanceCollective zeigt am 1.11. im MuT-Theater die Tanz-Performance „Control Is A State Of Chaos“.

Foto: Tobias Hoops

Entscheidend ist das Miteinander, nicht nur, aber vor allem in Großstädten wie im stetig wachsenden Hamburg. Das Interessante liege im „Zwischen“, meinen Judy Engelhard und Kai Peters. „Zwischen den Worten, zwischen den Menschen, zwischen den Kulturen.“ Ein interkultureller Dialog, das war ihr Grundgedanke, als die beiden im Jahr 2000 das „eigenarten“-Festival aus der Taufe gehoben wurde. „Die Sichtbarkeit“ interkulturell arbeitender Hamburger Künstler aus aller Welt habe sich seitdem „erfreulich erhöht“, lautet ihr Resümee. Und so wird die 20. „eigenarten“-Auflage vom 24. Oktober bis 3. November die letzte unter Engelhards und Peters’ Leitung und in dieser Form sein. Die beiden Gründer waren mit dem interkulturellen Festivalansatz auch Pioniere für Staatstheater, die das Thema erst später auf den Spielplan hoben.

Traditionell ist der Eintritt beim Auftakt des von der Hamburger Kulturbehörde mit 60.000 Euro geförderten Festivals frei (Reservierung unter eroeffnung@festival-eigenarten.de): Das Altonaer Museum ist am Donnerstag (19.30 Uhr) erstmals Spielstätte, etwa für die Musikerinnen vom Melima Trio sowie für Massoud Godemann und Gerd Bauer. Gleichzeitig ist das Museum Ort der Vernissage der Fotoausstellung „GesteBuch“ (läuft bis 14.11.), ein 2016 gestartetes „eigenarten“-Projekt, das sich seitdem stetig weiterentwickelt hat. Weitere neue der 22 Spielorte sind das Eidelstedter Bürgerhaus und das Indisches Generalkonsulat-(Kohlhöfen 21).

Auffällig: Diesmal sind gleich fünf Lesungen im Programm. Am bekanntesten sicher der Hamburger Autor Kerim Pamuk, der am 29.10. (19.30 Uhr) in der Zentralbibliothek mit seinem neuen Buch „Kiffen, Kaffee und Kajal“ 1500 Jahre Kulturgeschichte und Migration satirisch betrachtet. Sechs Tanz-Performances bieten eine große Bandbreite: Sie widmen sich Fragen der Politik, Identität, Macht und Kontrolle. Véronique Langlotts Choreografie mit Seydou Camera, „Après la mer“ am 27.10. (19 Uhr im Goldbekhaus), ist eine Deutschlandpremiere. Thema ist der Verlust von Häusern aufgrund des Meeresanstiegs an der Küste Senegals. Das neu gegründete Rising Dance-Collective aus acht Tänzerin drückt am 1.11. (2o Uhr) im Eimsbütteler MuT!-Theater eine Symbiose aus Kontrolle und Chaos aus.. Unter den vier Theaterproduktionen ist auch die Jugend-Theatergruppe Jenkitos aus Jenfeld, kürzlich mit dem Stadtteilkulturpreis ausgezeichnet. Ihr Thema am 2.11 (18 Uhr) im MuT-Theater: die erste Liebe.

Nicht nur um Zuneigung, um Begegnungen und Austausch geht es mehr denn je beim Festival. Das gelingt mithilfe der Musik bekanntlich meist am einfachsten gelingt, stehen gleich eiben Konzerte an. Doch egal, welches Genre, auf die Zwischentöne kommt es an – speziell bei diesem „eigenarten“-Finale.

eigenarten“ – Interkulturelles Festival ­Hamburg Do 24.10. bis So 3.11., an 22 Spielorten, Infos und Karten unter T. 43 28 07 67; www.festival-eigenarten.de