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Jazz vom Planeten Saturn beim Festival auf Kampnagel

Überjazz

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Foto: Yvonne Schmedemann Fotografie

Hamburg. Als das Sun Ra Arkestra im vergangenen Jahr beim Sommerfestival auf Kampnagel ein energiegeladenes Konzert spielte, war das eine Sensation. Immerhin ist Marshall Allen, der Kopf des Free-Jazz-Kollektivs inzwischen 95 Jahre alt und eine Reihe weiterer Musiker aus der Band haben die 80 auch schon überschritten. Aber es scheint, dass Free Jazz jung hält. Sun Ra, der nach eigenem Bekunden vom Planeten Saturn stammende Namensgeber dieser bunten Truppe, ist bereits seit 1993 tot, doch seine Bigband existiert weiter und musiziert im Geiste des Sonnengottes. Von Sun Ra gibt es eine Komposition, die „Halloween in Harlem“ heißt und sich auf seinem „Unity“-Album befindet. Da passt es ganz gut, dass dieses außergewöhnliche Ensemble am Halloween-Tag wieder auf Kampnagel spielt und zwar bei einer Pre-Opening-Night des Überjazz-Festivals. Das geht dort am 1. und 2. November über die Bühnen.

Ebenfalls beim Pre-Opening dabei ist auch die britische Band The Comet Is Coming, ein weiteres Projekt des Saxofonisten Shabaka Hutchings, der in unterschiedlichen Formationen schon beim Überjazz war und zur Zeit eine der wichtigsten Figuren der spannenden Jazz-Szene in London ist. Der Psychedelic-Electro-Jazz der Briten passt perfekt zu den Space-Sounds des Arkestras. An diesem Abend außerdem dabei: die kalifornische Künstlerin Salami Rose Joe Louis, die auf ihrem Debütalbum „Zdenka 2080“ eine postapokalyptische Welt kreiert, das auf Flying Lotus’ Label Brainfeeder erschienen ist.

Eine der prominentesten Künstlerinnen 2019 wird Kate Tempest sein. Die Schriftstellerin, hierzulande mit dem Roman „Worauf du dich verlassen kannst“ bekannt geworden, ist auch eine Spoken-Word-Performerin und Rapperin. „The Book Of Trap Ad Lessons“ heißt ihr aktuelles Album. Sie ist die Hauptattraktion des ersten Festivaltages, an dem auch Sinkane und Kelsey Lu auf dem Programm stehen. Sinkane wurde in London geboren, lebte im Sudan und dann in den USA. Er kreiert einen Mix aus afrikanischen Beats, Krautrock, Funk und Free Jazz. Die Amerikanerin Kelsey Lu verbindet Gesang und Cello zu einem facettenreichen Klang aus Kammermusik und Dream Pop.

Ebenfalls aus London stammt das Quintett Ezra Collective. Es garantiert am 2.11. erstklassigen Jazz für den Dancefloor. Das einzige Deutschland-Konzert in diesem Jahr gibt das australische Quartett Hiatus Kaiyote beim Überjazz. Die Neo-Soul-Gruppe um die Sängerin und Gitarrist Nai Palm ist äußerst experimentierfreudig und passt perfekt zum offenen und schillernden Überjazz-Programm.

Überjazz Festival Mi 30.10., Fr/Sa 1./2.11. Kampnagel (Bus 172), Jarrestraße 20, Pre-Opening 40 Euro, Tagestickets 55 Euro, Festivalticket (Mi/Fr/Sa) 100 Euro; www.kj.de