Gastro-Tipp

Bei Yaku im Grindelviertel trifft Peru auf Mexiko

Der gebürtige Peruaner Michael Nuñez Ore begrüßt seine Gäste im Yaku gern persönlich.

Der gebürtige Peruaner Michael Nuñez Ore begrüßt seine Gäste im Yaku gern persönlich.

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Links das Café, rechts das Restaurant, so scheint die Aufteilung an der Schlüterstraße 79 zu sein. Doch seit Anfang September ist die räumliche Trennung des Yaku Restaurante und Valentinas Backsalon im Grindelviertel etwas aufgelockert. Denn: Sobald das Tagesgeschäft im Café endet, wird auf Abendprogramm umgeschwenkt. Die gemütlich-plüschigen Möbel bleiben, doch das Essen kommt dann aus der Küche nebenan.

Jan Michael Nuñez Ore, Inhaber des Yaku, der auch das lateinamerikanische Restaurant La Rosa Mi Barrio in Hammerbrook führt, ist es dadurch möglich, noch mehr Gäste von der Geschmacksvielfalt seines neuen Restaurant-Konzepts zu überzeugen. Und überzeugen, das tut das Yaku auf ganzer Linie. Am Herd des im Januar eröffneten kleinen Lokals treffen sich im wahrsten Sinne des Wortes Peru und Mexiko. Denn: Einer der beiden Köche kommt aus Peru, der andere aus Mexiko. Gemeinsam kreieren sie nicht etwa Fusionsküche, sondern raffinierte Interpretationen ihrer jeweiligen Landesküche.

Nimmt man nach einer herzlichen Begrüßung an einem der Tische im Café Platz, blickt man auf eine waldgrüne Blümchentapete, während aus den Boxen lateinamerikanische Musik klingt. Auch ein interessanter Mix und einer, der durchaus funktioniert. Im daneben liegenden Gastraum trifft offenes Mauerwerk auf dunkles Mobiliar und indirektes Licht. Die Karte ist schön übersichtlich. Dennoch fällt die Wahl nicht leicht: Die einzelnen Gerichte sind in ihrer vollen Aromenvielfalt aufgeführt und klingen allesamt verlockend. So gilt es, sich schon bei der Vorspeise zu entscheiden: etwa zwischen gegrilltem Tintenfisch auf Pfirsich-Panna-Cotta, mit einer Spinat-Kokos-Salatkreation, verziert mit Kokos-Gel, gehackten Nüssen und Koriander-Öl (11 Euro) sowie frischem Lachs mit Brotchips, Gurkenscheiben, Avocadocreme, verziert mit Rocoto-Chili, Rote-Bete-Gel, Nikkei-Soße und Kaviar (14 Euro).

Außer vier Vorspeisen mit Fisch gibt es auch eine Kombination aus gegrilltem Oktopus und Chorizo (10,50 Euro) und eine vegetarische Variante, die in Form von knusprigen Tortilla-Chips mit einer unverschämt guten Guacamole sowie feinstgehackten Zwiebeln, Tomaten und Koriander (9 Euro) zum Garnieren serviert wird.

Kunstvolles Anrichten bei vollem Geschmack zu moderaten Preisen

So spektakulär die Kreationen in ihrer Zusammenstellung klingen, so spektakulär sind sie auch angerichtet. Sterneküchen-Optik zu Bistro-Preisen sozusagen. Man traut sich kaum zu probieren, so kunstvoll arrangiert kommt das Essen auf den Tellern daher. Viel wichtiger jedoch: Auch geschmacklich überzeugt die Küche uneingeschränkt. Der Lachs ist zart und harmoniert hervorragend mit den aromatischen Soßen und der knackigen Gurke. Das Rindfleisch für den Hauptgang, ein Eintopf mit Yuca-Kroketten und Erbsencreme, wurde ganze 48 Stunden lang gekocht und zerfällt zartrosa auf der Gabel. Auch bei den Getränken wird auf Landestypisches und Selbstgemachtes – alle Limonaden und Säfte werden frisch angerührt – gesetzt. Besonders zu empfehlen ist der Apfelsaft nach peruanischem Rezept, der mit einem Hauch Zimt Lust auf die kalte Jahreszeit macht. Eine kleine Auswahl an Cocktails mit Mezcal, Tequila oder Pisco sowie Bier und Wein aus Peru und Mexiko führen das Konzept fort.

Die Auswahl wird an die Jahreszeiten angepasst, denn Nuñez Ore und sein Team wechseln die Gerichte und die Cocktails auf der Karte alle vier Monate. Die kulinarische Lateinamerika-Reise geht im Grindel also stetig weiter.

Yaku Restaurante Schlüterstraße 79 (U Hallerstraße) dienstags bis donnerstags 18 bis 22.30 Uhr, freitags 18 bis 23 Uhr, sonnabends 17 bis 23.30 Uhr, sonntags 16 bis 21 Uhr, Reservierung unter: T. 0176/72 19 74 60 oder per E-Mail an: yakurestaurantreservas@gmail.com